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Nach den enttäuschenden Präsidentschaftswahlen, die den 77-jährigen Hosni Mubarak im Amt bestätigten, sammelt Ägyptens Opposition ihre Kräfte neu.
Federführend dabei wirken wieder einmal die Muslimbrüder. Ihr Anführer Muhammad Mahdi Akef verkündete bei einer Festveranstaltung in Kairo anläßlich des Fastenbrechens (alsharq berichtete über den Beginn des Ramadans)kämpferisch: „Wir werden jeden Versuch, eine erbliche Thronfolge in die Gesetze des Landes einzuführen, bekämpfen.“ Zielscheibe der Kritik ist ein Gesetzesanhang, der schon die diesjährigen Präsidentschaftswahlen erheblich zuungunsten der Opposition beeinflusst hat. Demnach durften nur Parteien, die mit über 5% im Paralament vertreten waren, einen Kandidaten aufstellen, wodurch das Bewerberfeld deutlich reduziert wurde. Die Opposition sieht darin auch eine Beeinträchtigung hinsichtlich der nächsten Präsidentschaftswahlen, in denen, ihrer Meinung nach, Hosni Mubarak die Nachfolge seine Sohnes Gamal sicherstellen will.
Dem steht jedoch noch ein wichtiges Ereignis entgegen und darauf fußen auch die Hoffnungen der Opposition. Ab dem 9. November nämlich werden in Ägypten Parlamentswahlen durchgeführt, die auch die Wirkung des umstrittenen Paragraphen umlaufen könnten. Die Muslimbrüder versuchen nun die Massen zu mobilisieren und sucht das Bündnis mit anderen oppositionellen Kräften.
Ein starkes Ergebnis bei den Parlamentswahlen, so das Kalkül aller Oppositionellen, wäre zumindest ein positives Signal im Hinblick auf die nähere politische Zukunft Ägyptens.

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