Von | | Ägypten, Presseschau.



Die letzte Woche angelaufenen Parlamentswahlen in Ägypten (alsharq berichtete) werden in den letzten Tagen von Angriffen auf Journalisten überschattet.
In diesem Zusammenhang ist nicht die Rede von einheimischen Medien und Reportern, deren Arbeit per se durch strenge staatlichen Restriktionen behindert wird. Vielmehr sehen sich internationale und überregionale Berichterstatter verstärkt gewaltsamen Übergriffen ausgesetzt.
Heba al-Qudsy beispielsweise, die für die in London ansässige panarabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ in Kairo vor Ort berichtet, wurde vor einem Wahllokal niedergeschlagen, ihre Ausrüstung komplett zerstört. Dafür seien Anhänger der regierenden NDP verantwortlich, die eine allzu kritische Berichterstattung stören sollen, so al-Qudsy gegenüber der Nachrichtenagentur AP.
Auch der Branchenprimus Al-Jazeera bleibt von derartigen Einschüchterungsversuchen nicht verschont. Der renommierte ägyptische Reporter Ahmad Mansur, seit Jahren in Diensten des Senders, wurde am Mittwoch, kurz nach Schließung der Wahllokale vor seinem Büro attackiert. Schon eine halbe Stunde später berichtete er, von Blutergüssen im Gesicht gezeichnet, live aus Kairo und prangerte die fehlende Sicherheit an: „Ägypten sollte seine ehrlichen Söhne schützen.“
Al-Jazeera selbst blieb ebenfalls nicht untätig und veröffentlichte heute eine Petition der Union arabischer Schriftsteller, in der die jüngsten Übergriffe verurteilt und eine sofortige Aufklärung gefordert werden.
Ob eine solche wirklich zustande kommt, oder die Proteste, wie schon nach den letzten Parlamentswahlen 2000 im Sande verlaufen, wird von dem medialen Druck abhängen, den überregionale Medien, wie Al-Jazeera, gerade auch nach den letzten Zwischenfällen auf die staatlichen Behörden ausüben können.

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