Von | | Ägypten, Presseschau.


Die regierungstreue ägyptische Presse feiert den Wahlsieg von Amtsinhaber Hosni Mubarak bei den Präsidentschaftswahlen vom Mittwoch. Die beiden wichtigsten Zeitungen des Landes, al-Ahram und al-Akhbar, veröffentlichten offiziell nicht bestätigte Wahlergebnisse, nach denen Mubarak 80 beziehungsweise 85 Prozent der Stimmen erhielt. Den beiden prominentesten Gegenkandidaten Ayman Nour und Noman Gomaa werden zwischen 6 und 12 Prozent prognostiziert.
„Die Geschichte wird Mubarak ganze Seiten widmen“, so der Herausgeber von al-Ahram, Osama Saraya, im Leitartikel seiner Zeitung. Außerdem spricht das Blatt von einem „Strom der Massen zu den Wahllokalen, die der Welt die Glaubwürdigkeit des demokratischen Systems bewiesen.“ Doch auch al-ahram weist in ihrer Statistik eine Wahlbeteiligung von lediglich 20 bis 30 Prozent aus.
Mohammed Ali Ibrahim, Herausgeber der ebenfalls Mubarak-nahen Zeitung al-Gumhuriyya schreibt in seinem Leitartikel: „Auch wenn die Ägypter mit ihren Herzen manchmal mit der Opposition sympathisieren setzt sich am Ende doch immer der Verstand durch.“
Ein anderes Bild der Wahlen zeichnet die Zeitung al-Wafd, Zentralorgan der gleichnamigen oppositionellen Partei. Auf ihrer Titelseite platziert sie Bilder von Unregelmäßigkeiten, so zum Beispiel von Wahlzetteln auf denen der Name Mubaraks bereits angekreuzt war. Dennoch schreibt auch das regierungs-kritische Blatt von einem demokratischen Fortschritt für das bevölkerungsreichste arabische Land.: „Das heutige Ägypten ist ein anderes als das Ägypten gestern und diesen Zugewinn an Demokratie müssen wir bewahren.“

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