Von | | West-Sahara.


Wie AFP berichtet, dauern die seit Tagen lodernden Ausschreitungen in El Ayun, der Hauptstadt der Westsahara weiter an.
Am 6. November jährt sich die marokkanische Besetzung des Landes („Grüner Marsch“, alsharq berichtete“) zum 30-sten Mal. Im Zuge dessen nutzten Demonstranten in der Hauptstadt die Gelegenheit ihrem Unmut über den international weitgehend vergessenen Konflikt Ausdruck zu verleihen. Nachdem dabei in der letzten Woche ein junger Aktivist ums Leben kam, eskalierten die Auseinandersetzungen erneut.
Die marokkanische Regierung greift nun hart durch. Besonders die berüchtigten „Groupes Urbaines de Securite“ gehen dabei wenig zimperlich mit den Demonstranten um. Die Spezialeinheit war nach den Anschlägen in Casablanca 2003 zur Terrorbekämpfung gegründet worden, wird von der Regierung jedoch häufig genug gegen jeden eingesetzt, der, so die Verantwortlichen, dem Rechtsstaat zuwieder handele.
So unterstrich auch Nabil bin Abdullah, zuständiger Minister für die Westsahara, dass die Einheiten „in völliger Übereinstimmung mit dem Gesetz handeln.“ Dementsprechend leugnet die Regierung auch die Festnahme Brahim Dahanes, Chef der saharischen Menschenrechtsvereinigung, der seit einigen Tagen verschwunden ist. Hammoudi Igoulid, Vertreter einer marrokanischen Menschenrechtsorganisation widerspricht vehement: „Dahane wurde vor zwei Tagen festgenommen, aber es dringen keinerlei Informationen nach außen.“
Aktionen wie die gegen Dahane komplizieren jeglichen Fortschritt im Westsaharakonflikt. Unter dem Deckmantel der Bekämpfung von terroristischen Organisationen und der Polisario sind auch gemäßigte Kräfte, wie Dahane, Repressalien ausgesetzt. Unter diesen Umständen wird auch Marokko in näherer Zukunft kaum Kooperationsbereitschaft erwarten dürfen.

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