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Weiterhin herrscht Unklarheit über am vergangenen Wochenende verbreitete Gerüchte, nach denen sich die ägyptische Islamistengruppe al-Jamaa al-Islamiya dem Terrornetzwerk al-Qaida angeschlossen habe. Am Sonnabend verbreitete al-Qaida ein Videointerview mit dem hochrangigen Jamaa-Mitglied Mohammed Khalil al-Hakayma alias Abu Jihad al-Misri , dem ein Vorwort des ägyptischen „al-Qaida-Vizechef“ Ayman al-Zawahiri vorangestellt ist. Sheikh Abdel Akher Hammad, langjähriger Führer der militanten ägyptischen Islamisten dementierte gegenüber al-Jazeera eine Verbindung mit dem Terrornetzwerk Bin Ladens, könne aber nicht ausschließen, dass sich einzelne Mitglieder anders verhielten.

In dem 10-minütigen Interview erklärt al-Misri, der Anschluss an al-Qaida diene dem Ziel, „die islamische Nation im Kampf gegen den aggressivsten Kreuzfahrerfeldzug in der Geschichte des Islams zu vereinen.“ Ziel sei außerdem, den geistigen Führer der Bewegung, Sheikh Omar Abdel-Rahman aus amerikanischer Haft zu befreien. Der blinde Islamistenführer wurde Anfang der 1990er als Dank für seine aktive Rolle beim Kampfe gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan ein Visum für die USA erteilt und soll anschließend am Aufbau islamistischer Zellen im Umfeld von New Yorker Moscheen beteiligt gewesen sein. 1993 wurde Rahman im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf das World Trade Center im selben Jahre festgenommen, zwei Jahre später verurteilte ihn ein Gericht zu lebenslanger Haft. Nun wolle man Skeikh Rahman „aus den Kerkern amerikanischer Gefängnisse befreien.“

Misris Angaben zufolge gehört Mohammed al-Islambouli zu den führenden Köpfen der al-Jamaa al-Islamiya die sich nun al-Qaida anschlössen. Islambuli ist der jüngere Bruder von Khalid al-Islambuli, der als Hauptbeschuldigter im Prozess gegen die Attentäter des damaligen ägytpischen Staatschefs Anwar as-Sadat zum Tode verurteilt wurde. Al-Zawahiri wurde damals auch angeklagt einer der Verschwörer gewesen zu sein. Während der Gerichtsprozesse wurde der Mediziner zu einem der Wortführer der Angeklagten und letztlich nur zu einer Haftsstrafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt.

al-Gamaa al-Islamiya, wie die Gruppe im ägyptischen Dialekt heißt, entstand Ende der 1970 als eine Abspaltungsbewegung militanter Muslimbrüder. Ihren Anschlägen fielen im Laufe von 2 Jahrzehnten über 1000 Menschen zum Opfer, unter anderem der säkulare ägyptische Schriftsteller Farag Foda oder 63 Menschen bei einem Massaker in Luxor 1997. Im Anschluss daran sank die Popularität der Bewegung deutlich und man schwor der Gewalt ein Jahr später ab – bis jetzt.

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