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Die „Union islamischer Gerichte“ (ICU), ein Bündnis verschiedener islamistischer Milizen, hat mittlerweile den Großteil Süd-Somalias, sowie weite Teile der Hauptstadt Mogadischu unter ihre Kontrolle gebracht. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten übereinstimmend, dass zahlreiche Milizionäre anderer Warlords, die anfänglich gegen die Islamisten kämpften, mittlerweile ihre Waffen abgegeben und ihre Zusammenarbeit mit der ICU angeboten hätten. Am Mittwoch hatten die islamistischen Kämpfer auch den wichtigsten Hafen des Landes in Mogadischu erobert, und den Warlords somit ihre wichtigste Einnahmequelle entzogen.

„Wir haben jetzt sehr lange mit den Warlords zusammengearbeitet, jetzt ist es an der Zeit den Islamisten eine Chance zu geben“, erklärte Milizenanführer Yusuf Iyow gegenüber „al-Jazeera“, „Wir sind bestrebt die Feindseligkeiten der Vergangenheit zu vergessen und mit ihnen zusammen zu arbeiten.“ Er fügte hinzu.:“Die einzige Macht in Mogadischo ist die `Union islamischer Gerichte´, es gibt für uns also keine andere Möglichkeit, als uns zu ergeben. Widerstand tötet nur Leute und verschafft uns keinerlei neue Möglichkeiten.“

Ursprünglich sollten an diesem Wochenende im Sudan Gespräche zwischen den Islamisten und der de jure noch herrschenden Übergangsregierung stattfinden, diese wurden aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein somalischer Minister erklärte, dies hänge mit Führungsstreitereien unter den islamistischen Führern zusammen, ein Kleriker des „Obersten Islamischen Gerichts in Somalia“ (SICS) machte die somalische Interimsregierung für das Platzen des Gesprächstermins verantwortlich.

Doe somalische Übergangsregierung wurde Ende 2004 unter Vermittlung der UNO vereidigt, hat aber außerhalb ihre Sitzes in Baidoa, einer Kleinstadt 250 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt keinerlei Macht.

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