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In einem erneuten Versuch Somalia aus Anarchie und Rechtlosigkeit herauszuführen haben ranghohe Vertreter der somalischen Übergangsregierung gestern ein Abkommen geschlossen um gemeinsam gegen die islamistische Opposition im Land vorzugehen. Präsident Abdullahi Yusuf, Premierminister Ali Mohamed Gedi und Parlamentssprecher Adam Mohamed Nur unterzeichneten am Sonntag in Anwesenheit des saudischen Königs Abdullah ein entsprechendes Papier in Jeddah.

Die drei Politiker sind die führenden Köpfe der somalischen Übergangsregierung, die 2005 unter Vermittlung der UN in Kenia gebildet wurde. Der Interimsregierung gelang es jedoch zu keinem Zeitpunkt ihre Macht über größere Teile des Landes auszuüben. Undurchsichtige Konflikte zwischen verschiedenen Clans, Stämmen und Familien innerhalb des fragilen Bündnisses führten im vergangenen Jahr zum zwischenzeitlichen Bruch der Regierung. Im Dezember 2006 gelang es der oppositionellen „Union Islamischer Gerichte“ kurzzeitig die Hauptstadt Mogadischu einzunehmen und weite Teile des Landes zu kontrollieren. Erst als äthiopische Truppen in Somalia einmarschierten, wurden die Islamisten zurückgedrängt. Gleichwohl erschüttern täglich Anschläge der Aufständischen das Land am Horn von Afrika.

Mit dem Abkommen von Jeddah beendeten nun die verschiedenen Kräfte innerhalb der Interimsregierung ihre Fehde und verpflichten sich zur Zusammenarbeit. Im Gegenzug verlangten die Politiker die Entsendung arabischer und afrikanischer Friedenstruppen unter der Ägide der Vereinten Nationen, die die Übergangsregierung stützen sollen. Gegenwärtig sorgen noch immer äthiopische Armeeeinheiten für den Schutz der somaischen Regierung.

Seit dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre 1991 ist Somalia praktisch ohne Zentralregierung. Weite Teile des Landes werden von Stammesgruppen kontrolliert. Die USA fürchten eine Machtübernahme der Islamisten in Somalia, denen Kontakte zum Terrornetzwerk al-Qaida nachgesagt werden.

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