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Seit Jahresanfang sind mehr als 20000 Flüchtlinge aus Somalia und Äthiopien über den Golf von Aden nach Jemen geflohen. Bei den Fluchtversuchen sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 400 Menschen ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr flohen etwa 30000 Afrikaner auf die arabische Halbinsel, mehr als 1400 von ihnen ertranken auf dem Weg dorthin im Meer.

Die Flüchtlinge machen sich in überfüllten Booten, die von Schlepperbanden in den Indischen Ozeang geschickt werden, auf den Weg von Somalia nach Jemen. Die Überfahrt dauert zwischen zwei und drei Tagen, in denen die Passagiere ohne Wasser und Nahrung auskommen müssen. Laut einem Bericht von Ärzte ohne Grenzen kommen bei jeder dritten Schmuggelfahrt Menschen ums Leben, häufig werfen die Schmuggler entkräftete Flüchtlinge einfach über Bord.

Um nicht von der jemenitischen Küstenwache entdeckt zu werden, lassen die Schleuser ihre Bootsinsassen in der Nacht oftmals schon mehrere Kilometer vor dem Ufer über Bord springen. Viele der Afrikaner können jedoch nicht schwimmen oder verlieren in der Dunkelheit die Orientierung.

Seit September 2007 haben die Reporter ohne Grenzen mehr als 6000 somalische und äthiopische Flüchtlinge im Jemen medizinisch betreut. Für die meisten von ihnen ist die Flucht aus ihren Heimatländern der letzte Ausweg aus Gewalt und Armut, die gerade im rechtlosen und von fast zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg gebeutelten Somalia vorherrschen. Der Jemen ist als ärmstes Land auf der Arabischen Halbinsel mit dem stetigen Zustrom an Flüchtlingen vollkommen überfordert.

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