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Drei Mitgliedsländer der Arabischen Liga – Somalia, Sudan und Irak – gehören zu den 10 instabilsten Staaten der Welt. Dies geht aus dem „Failed States Index“ 2008 hervor, der vom Foreign Policy Magazine und dem Fund For Peace veröffentlicht wird.

Anhand von 12 sozialen, wortschaftlichen und politischen Indikatoren analysiert der Bericht die Gefahren für die Stabilität und die Entwicklung von 177 Staaten. Zu den Indikatoren gehören die demographische Entwicklung, Flüchtlingsbewegungen, die wirtschaftliche Entwicklung, die Menschenrechtslage und ausländische Einflussnahme in den untersuchten Ländern.

Somalia nimmt in diesem Jahr die Spitzenposition unter den „Gescheiterten Staaten“ ein. Die unpopuläre Übergangsregierung habe praktisch keine Kontrolle über das Land, äthiopische Truppen versuchen eine Machtübernahme der Islamisten zu verhindern, vor der Küste überfallen Piraten Schiffe, mehr als 700000 Menschen sind aus der Hauptstadt Mogadischu geflohen.

Gleich an zweiter Stelle des Failed States Index folgt der Sudan. Die humanitäre Lage in Darfur sei unverändert schlecht, Rebellengruppen die von den Regierungen des Tschad und des Sudan unterstützt werden, bekämpfen sich und verschlimmern die Flüchtlingskrise in Darfur.

Die Situation im Irak habe sich in den letzten 12 Monaten zwar verbessert, fundamentale Veränderungen zum Positiven seien jedoch ausgeblieben. 4 Millionen Menschen sind auf der Flucht, staatliche Dienstleistungen an die Bürger gibt es kaum und der Konflikt zwischen den rivalisierenden sunnitischen, schiitischen und kurdischen Fraktionen zeige keine Besserung. Die verbesserte Sicherheits- und Wirtschaftslage könne sich jederzeit wieder verschlechtern. Die von den USA bewaffneten sunnitischen Milizen könnten ihre Waffen jederzeit gegen die irakische Regierung, die Schiiten oder die US-Armee richten.

Die Fortschritte, die der Irak in den vergangenen 12 Monaten gemacht habe seien „unerheblich“ und könnten durch eine Nahrungsmittelkrise, ein Attentat auf eine hochrangige Persönlichkeit oder ein Attentat, das die ethnischen Spannungen hochkochen lässt, rückgängig gemacht werden. Diese Einschätzung führt dazu, dass der Irak auf Rang 5 des Failed States Index geführt wird.

Israel ist nach Bangladesh der Staat, der sich im Ranking im Vergleich zum Vorjahr, am meisten verschlechtert hat und rangiert auf Position 58. Als Gründe werden die Unfähigkeit die arabische Minderheit umfassend zu integrieren, wirtschaftliche Ungleichheit sowie die wachsende Uneinigkeit der politischen Führer genannt. Desweiteren sei der 58. Rang der Situation in der West Bank geschuldet. Die fortdauernde Not der Bewohner des Westjordanlandes habe auch Auswirkungen auf die Stabilität Israels.

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