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Die Beziehungen zwischen dem Iran und Bahrain sind in den letzten Wochen durch Äußerungen eines hochrangigen iranischen Politikers schwer belastet worden. Ali Akbar Nateq Nouri, Mitglied im Schlichtungsrat und wichtiger Berater Ali Khameneis, hatte am 10. Februar in einer Rede erklärt, Bahrain sei einst die 14. Provinz des Iran gewesen und habe auch Vertreter im iranischen Parlament gestellt, bevor die Golfinsel den Persern unter Shah Mohammad Reza Pahlevi weggenommen worden sei.

Bahrains Führung wertet die Äußerungen des ehemaligen iranischen Parlamentspräsidenten als Angriff auf die eigene Unabhängigkeit. Als erste Reaktion brach Manama Gespräche mit Teheran über den Import iranischen Erdgases nach Bahrain ab. Die Staatschefs aus Ägypten und Jordanien, Husni Mubarak und König Abdullah, reisten persönlich in den Golfstaat um ihren arabischen Brüder ihre Solidarität auszusprechen.

Irans Regierung bemüht sich ihrerseits die Wogen zu glätten. Die Affäre werde von den Medien aufgebauscht, so ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. Die iranische Position sei eindeutig. „Wir haben wiederholt gesagt, dass wir die Souveränität und Unabhängigkeit aller Nachbarstaaten respektieren, besonders die von Bahrain.“

In der Tat stand Bahrain im 17. und 18. Jahrhundert letztmals unter persischer Oberhoheit. 1783 eroberte jedoch der arabische Stamm der Bani Utba die Golfinsel. 1861 wurde Bahrain britisches Protektorat. Als das Königreich 1971 unabhängig wurde, erhob der persische Shah kurzzeitig Anspruch auf Bahrain und andere kleinere Golfinseln. Später zog er diesen Anspruch jedoch zurück – offenbar spielte Nateq Nuri auf diese Episode an.

Iranische Nationalisten untermauern die angebliche Zugehörigkeit Bahrains zum Iran häufig mit dem Verweis auf die schiitische Bevölkerungsmehrheit in Bahrain. Die Schiiten dort sprechen jedoch abgesehen von einer kleinen Minderheit arabisch und definieren sich selbst als Araber.

Niemand in Manama, Kairo oder Riyadh erwartet ernsthaft, dass der Iran ernsthaft Anspruch auf einen Anschluss Bahrains erheben wird. Dennoch zeigt die Reaktion der sunnitischen arabischen Regime die Besorgnis vor der wachsenden iranischen Hegemonie am Golf, die durch Irans Atomprogramm weiter befeuert wird.

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