Von | | In Kürze, Iran, Iran/Türkei.

Nach vielen Jahren der Verhandlungen und Sanktionen mit dramatischen Auswirkungen, haben die USA, Iran, Russland, England, Frankreich, China und Deutschland sich auf einen ersten Schritt geeinigt, um langfristig die „Atomfrage“ ohne Kampfhandlungen zu klären. Ein Gastbeitrag von Friedrich Schulze.

Die Einigung, die um drei Uhr nachts zu Stande kam, wird von beiden Seiten als „Schritt in eine neue Zukunft“ dargestellt. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Unterzeichnung gab es sowohl von Barack Obama als auch von Hassan Rouhani Ansprachen an das eigene Volk, in der sie beide die Einigung begrüßten, doch auch auf den noch schweren Weg hinweisen, der voraus liegt.

Im Iran hält Rouhani den „einigungsfeindlichen“ Gruppen entgegen, dass dieser Deal der größte Schlag gegen Israel sei. Und tatsächlich versuchte Israel bis zum letzten Moment eine Einigung zu torpedieren und Netanyahu kündigte an, diesen Widerstand fortzusetzen. Israel bezeichnete den Deal als „entschiedenen Schritt des gefährlichsten Regimes, um die gefährlichste Waffe der Welt zu erreichen“.

Die radikaleren Gruppen innerhalb Irans versuchen ihrerseits der eigenen Regierung und Amerika Glaubwürdigkeit abzusprechen. So wird darauf hingewiesen, dass der eigene Außenminister behaupte, dass in dem Abkommen Irans Recht auf Urananreicherung festgeschrieben sei, doch John Kerry, der amerikanische Außenminister, dies dementiere. Mehrere iranische Nachrichtenagenturen veröffentlichten daraufhin eine persischsprachige Version des Abkommens, die ebenso ins Englische übersetzt wurde und das Gegenteil zeige.

Neben Israel ist auch Saudi-Arabien höchst unzufrieden, da es um seine US-privilegierte Stellung am Golf bangt.

Besonders interessant sollte es nun sein, wie es in Syrien weiter geht. Im Rahmen der Atomgespräche zwischen den USA und Iran, an denen auch Russland teilnahm, soll es auch mehrmalige Treffen gegeben haben, um über Syrien zu verhandeln. Der Atomdeal könnte daher als Indiz gesehen werden, dass es für Syrien einen neuen Ansatz gibt oder zumindest gemeinsam und lösungsorientiert daran gearbeitet wird.

Hier der Link zur engl. Übersetzung des Abkommens.

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