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Iranische Streitkräfte. Bild: SaFoXy / Flickr 2012 (CC BY-ND 2.0)

Er kämpfte gegen die irakische Armee im Iran-Irak-Krieg, arbeitete gegen Drogenkartelle an der iranisch-afghanischen Grenze und koordiniert bewaffnete Zellen in Syrien: Qassem Suleimani, Brigadegeneral und Kommandeur der berüchtigten iranischen al-Quds-Einheit, hält seit mehr als zwei Jahrzehnten an verschiedensten Fronten die Fäden in der Hand. Unter Geheimdienstexperten und in diplomatischen Kreisen gilt er als Top-Stratege des iranischen Regimes. Nach dem Vormarsch der Truppen des Islamischen Staats (IS) in Syrien und im Irak wird er wieder verstärkt aktiv. Ein Porträt von Max Fiedler

„Ich kontrolliere die Politik Irans gegenüber dem Irak, dem Libanon, dem Gazastreifen und Afghanistan“
General David Petraeus, ehemals ranghöchster amerikanischer General im Irak, empfing im Jahr 2008 eine SMS, die knapp, aber unmissverständlich formuliert war: „Herr verehrter General Petraeus, Sie sollten wissen, dass ich, Qassem Suleimani, die Politik Irans gegenüber dem Irak, dem Libanon, dem Gazastreifen und Afghanistan vertrete. Jeder Botschafter in Bagdad ist ein al-Quds-Mitglied. Und derjenige, der ihn ersetzen wird, ist ebenfalls ein al-Quds-Mitglied.“ Drei Jahre später zog der amerikanische Präsident Barack Obama die amerikanischen Truppen endgültig aus dem Irak ab. Dabei überließ er den Irak mit einer hastig konzipierten politischen Strategie dem Einflussgebiet der Islamischen Republik Iran.

Qassem Suleimani. Bild: Aslan Media / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)
Qassem Suleimani. Bild: Aslan Media / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Der inzwischen 57-Jährige Suleimani hatte seine Autorität keinesfalls übertrieben: Seit der Ernennung im Jahr 1998 zum Führer der al-Quds-Einheit, der berüchtigten Spezialeinheit der Iranischen Revolutionsgarden für exterritoriale Operationen und unkonventionelle Kriegsführung, untersteht er direkt dem obersten Ayatollah Ali Khamenei, dem politischen und geistlichen Oberhaupt Irans. Er nimmt dadurch eine bedeutende politische und militärische Schlüsselposition ein, gilt als die loyale rechte Hand Khameneis, dessen Respekt und Vertrauen er genießt: Khamenei pries ihn im Jahr 2005 öffentlich als einen „lebenden Märtyrer“. Suleimani unterstützte anti-amerikanische Milizen im Irak und zog die Amerikaner in einen zermürbenden Stellvertreterkrieg mit Iran.

Die US-Truppen haben den Irak zwar verlassen, doch die Region ist heute mehr denn je im Fokus Irans. Das verbündete Syrien unter Bashar al-Assad versinkt seit dem arabischen Frühling 2011 im Bürgerkrieg und nach dem Vorstoß der sunnitischen Terrorgruppe IS im Irak sieht sich Iran unmittelbar bedroht. Als Reaktion schickte die iranische Führung ihren Top-Strategen erneut nach Damaskus und Bagdad. Schließlich hat General Suleimani auf seinem Weg zum führenden militärischen Chefstrategen bereits an den verschiedensten Fronten erfolgreich den iranischen Einfluss vorangetrieben.

Suleimani ist ein Sohn der Islamischen Revolution
Es existiert vergleichsweise wenig öffentlich verfügbares Material, das ausführliche Rückschlüsse über Suleimanis Werdegang und Motive liefern könnte. Bereits bei der Frage nach seinem Geburtsort gehen die Meinungen auseinander: Während das amerikanische Außenministerium die Stadt Qom südlich von Teheran als Geburtsort angibt, verweisen Nahost-Analysten des American Enterprise Institute und der Journalist Dexter Filkins auf persische Quellen, die Rabord in der iranischen Provinz Kerman als seine Heimatstadt ausweisen.

Radikalisiert durch die Islamische Revolution 1979 tritt Qassem Suleimani noch im selben Jahr mit Anfang 20 den Iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) in der Regionaldirektion Kerman bei. Die Pasdaran sind die paramilitärische Institution, die 1979 zunächst zum Schutze des Islamischen Regimes etabliert wurde; sie unterliegen einzig der Rechenschaft des iranischen Revolutionsführers Khamenei.

Der junge Soldat Suleimani stellt sich als ein außergewöhnlich talentierter Kämpfer heraus und steigt bereits nach wenigen Wochen im Dienst zum Ausbilder auf. Kurz darauf wird er zur Niederschlagung der iranisch-kurdischen Separatistenbewegung in West-Aserbaidschan beordert. 1980 beginnt der Iran-Irak Krieg und Suleimani klettert weit herauf auf der militärischen Karriereleiter: Er nimmt an fast allen bedeutenden Militäroperationen gegen den Irak teil, sammelt dabei wichtige militärtaktische Erfahrungen, erwirbt sich den Ruf eines engagierten, tapferen und taktischen Kämpfers. Nach dem Ende des Krieges wartet eine neue Aufgabe auf Suleimani: Im asymmetrischen Krieg gegen Drogenkartelle aus Afghanistan leitet er Operationen im Südosten Irans.

Suleimanis Wahl zum al-Quds-Führer 1998 erscheint so nur folgerichtig. Der Aufstieg der sunnitisch-fundamentalistischen Taliban wird in Teheran als große Bedrohung wahrgenommen. „Er war passend aufgrund seiner Erfahrung während des Bürgerkriegs in den kurdischen Gebieten Irans“, sagt Ali Alfoneh vom American Enterprise Institute, „darüber hinaus konnte Suleimani außergewöhnliche Ergebnisse von dem Krieg gegen den Irak nachweisen, ebenfalls hatte er erfolgreiche Operation gegen die Drogenkartelle im Südosten Irans geführt.“

Suleimani hält sich im Hintergrund
Enge Vertraute und Reporter beschreiben das Auftreten des Generals als charismatisch und bescheiden, mit einer ruhigen und unscheinbaren Ausstrahlung. Er gilt als umtriebiger Netzwerker: „Er kann sich zwischen den Politikern bewegen, aber auch einschüchternd wirken“, berichtet John Maguire, ein früherer CIA-Offizier in Bagdad.

Bereits in der Vergangenheit wurden ihm exzellente Beziehungen zu den ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und Ali-Akbar Hashemi Rafsanji nachgesagt, die er bereits bei früheren Aktivitäten in West-Aserbaidschan kennengelernt haben soll. Suleimani hat sich, wohl auch qua de causa, stets äußert bedeckt gehalten. Wenn er sich in der Öffentlichkeit zeigt, geschieht dies meist aus politischem Kalkül heraus.

Die Kombination von minimaler öffentlicher Präsenz auf der einen Seite und auf der anderen der Respekt, den ihm Autoritäten wie Ayatollah Khamenei und hochrangigen Politikern und Diplomaten zollen, hat ihm den Mythos des unsichtbaren Strategen eingebracht. Denn Suleimanis Einflussbereich reicht weit über das politische Zentrum in Teheran hinaus.

Al-Quds: Ideologische und militärische Elite Irans 

Die ihm unterstellte al-Quds-Einheit (Qods/Quds: Farsi/arabisch für Jerusalem) ist in die Pasdaran eingegliedert. Die Einheit hat sich seit ihrer Etablierung Anfang der 1990er Jahre den berüchtigten Ruf verschafft, zu einer der gefürchtetsten, da fähigsten und erfahrensten, Spezialeinheiten der Region zu gehören.

Ihre Hauptaufgabe besteht in der ideologischen und praktischen „Verteidigung der Islamischen Revolution“ und zwar theoretisch überall dort, wo Iran diese bedroht sieht. Ihre Methoden sind politische, finanzielle und logistische Unterstützung von verbündeten Akteuren außerhalb Irans, vor allem das Entsenden von Militärberatern, durch Waffen- und Materiallieferungen sowie in einigen Fällen durch die eigenständige Ausführung geheimer militärischer Operationen. Schiitische Milizen im gesamten Nahen und Mittleren Osten wie die Hisbollah im Libanon profitieren von der Unterstützung, aber auch weitere Iran nahestehende extremistische Gruppen, die in al-Quds-eigenen Trainingscamps ausgebildet werden.

Kommandeur Suleimani kann auf ein ganzes Netzwerk von verschiedenen Aufklärungsabteilungen zurückgreifen. Die Einheit verfügt über Operationscorps für die Länder des Nahen Ostens, für den Maghreb, für Afghanistan, Pakistan und Indien; außerdem auch für die Türkei, für Europa und Nordamerika. Dazu gibt es Außenstellen in diplomatischen Vertretungen. Bei General Suleimani laufen schließlich alle Fäden zusammen.

Suleimanis Engagement in Syrien: uneingeschränkte Unterstützung
Syrien spielt eine geostrategisch herausragende Rolle für Iran. Das alawitische Regime von Bashar al-Assad ist ein wichtiger Verbündeter und ideologischer Verwandter der Islamischen Republik. Iran nutzt Syrien als politischen und militärischen Außenposten. Syrien grenzt im Südwestenan den Libanon und hat einen Zugang zum Mittelmeer – dies hat eine strategische Bedeutung bei dem Transfer von Waffen an die schiitische Hisbollah und die Hamas zur Unterstützung ihrer Aktivitäten gegen den Erzfeind Israel. Ein Fall der Regierung al-Assads an eine westlich gesinnte Gruppierung oder eine sunnitische Extremistengruppe hätte eine massive Einschränkung des iranischen Einflusses in der Region zur Folge.

Im Zuge des arabischen Frühlings im Jahr 2011 war Bashar al-Assad unter massiven Druck geraten. Die zunächst friedliche syrische Revolution war von extremistischen Gruppen wie der al-Qaida nahen al-Nusra-Front gekapert worden und in einen blutigen Bürgerkrieg mit einer unübersichtlichen Zahl verfeindeter syrischer und internationaler Fraktionen abgeglitten. Iran hat Assad seit dem Beginn der syrischen Revolution nicht nur auf diplomatischer Ebene, sondern laut Medienberichten auch durch Waffen- und Gerätelieferung und dem Entsenden von al-Quds-Militärberatern, die Geheimdienstaufklärung für das syrische Regime betreiben, unterstützt. Die al-Quds-Einheit nimmt hierbei eine entscheidende Rolle ein: Beinahe täglich sollen tonnenweise Ladungen mit Waffen und Material aus Iran unter Aufsicht von al-Quds-Offizieren nach Damaskus geflogen worden sein. Zur Koordinierung der Operationen habe Suleimani in der Hauptstadt Damaskus ein festes Kommandoquartier installiert, heißt es. Dort treffe er regelmäßig mit den ranghöchsten syrischen Militärs, Hisbollah-Kommandeuren und Koordinatoren für die schiitischen Milizen im Irak und in Syrien zusammen und koordiniere die Aktivitäten gegen regimefeindliche Akteure.

„Werden Syrien bis zum bitteren Ende unterstützen“
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Suleimanis Engagement eine beträchtliche Rolle dabei gespielt hat, dass Assad das Ruder zu seinen Gunsten herumreißen konnte. Suleimanis Vernetzung in der Region und die Erfahrung der al-Quds in unkonventioneller Kriegsführung haben dazu beigetragen, strategisch wichtige Gebiete in Zusammenarbeit mit verbündeten Akteuren zurückzuerobern.

Vor dem Hintergrund eines drohenden Angriffs auf Syrien durch die USA im September 2013 hatte Suleimani spätestens bei einem Aufritt im September 2013 vor dem iranischen Expertenrat, einem Verfassungsorgan der Islamischen Republik, das mit der Wahl und Überwachung des iranischen Revolutionsführers beauftragt ist, öffentlich gemacht: „Wir werden Syrien bis zum bitteren Ende unterstützen“, denn “im Falle eines Angriffs auf Syrien sind sieben Länder – Qatar, die Türkei, Saudi-Arabien, Frankreich, England, Amerika und Israel an vorderster Front und glauben an den Fall von Bashar Assad“.

Suleimani wurde aufgrund seiner Aktivitäten bei der Niederschlagung von Protesten in Syrien von den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Schweiz und den USA mit Sanktionen belegt.

Iran will den Irak in schwacher Verfassung halten
Die Eroberungen der sunnitischen Terrorgruppe IS im Irak Anfang Juni diesen Jahres haben Teheran in helle Aufregung versetzt und eine weitere Flanke eröffnet. Der kompromisslose Herrschaftsanspruch des IS bedrohte nun unmittelbar iranische Interessen. Doch die Beziehung Irans zum Irak ist ambivalent: Mit Kerbela und Najaf befinden sich zwei der heiligsten Stätten des schiitischen Islams im Irak. Dazu machen Schiiten die Bevölkerungsmehrheit des Irak aus, über die die Iraner ihren politischen Einfluss geltend machen wollen.

Auf der anderen Seite galt der Irak, der von 1979 bis 2003 von dem sunnitischen Baath-Partei-Mitglied Saddam Hussein geführt wurde, über lange Zeit als politischer und ideologischer Todfeind. Nach dem Krieg gegen Iran und den harten Sanktionen der Neunziger Jahre war das Land in schwacher Verfassung; doch die amerikanische Intervention von 2003 bedeutete für die Iraner die nächste Bedrohung – den amerikanischen Einfluss in unmittelbarer Nachbarschaft.

Es gehört zu den bedeutendsten langfristigen strategischen Zielen Irans, einen starken sunnitischen Irak zu verhindern, sagt General Jeffrey Buchanan. Iran versucht, den Irak schwach zu halten, „isoliert von seinen Nachbarn und den USA, weil es ihn dadurch wahrscheinlich abhängiger von Iran macht“.

Suleimani ist der perfekte Mann für die Umsetzung dieser Strategie. Während des Konfliktes an der afghanischen Grenze strukturierte er die al-Quds zu einer Einheit, die taktisch auf asymmetrische Kriegsführung und die Unterstützung verbündeter Milizen im Ausland spezialisiert ist. Dazu ist der Irak für ihn bekanntes Terrain. Er hat den Krieg gegen einen sunnitischen Irak am eigenen Leibe erlebt. Hier konnte er seine Fähigkeiten in der unkonventionellen Kriegsführung auf irakischem Gebiet ausbauen und Kontakte zu Akteuren aufbauen, die Saddam Hussein feindlich gegenüberstanden, wie die kurdischen Führer im Nordirak und die Badr Organisation (früher: Badr Brigade). Beide Akteure stellen in der jetzigen Krise eine entscheidende militärische Komponente bei Offensiven gegen den IS dar.

Suleimani übt Druck auf alle wichtigen Akteure im Irak aus
Neben seinen guten Beziehungen zu den Kurden, allen voran Mahmud Barzani, dem Präsidenten Irakisch-Kurdistans, und Iraks ehemaligen Staatspräsident Jalal Talabani, hat er vielfältige Kontakte zu allen relevanten schiitischen Gruppen in der Region. Ähnlich wie in Syrien nutzt er diese Kontakte, um die Auswahl und Unterstützung politischer Akteure und damit die politische Agenda Irans im Irak durchzusetzen.

Zu diesem Zweck hat er bereits bei der ersten demokratischen Wahl im Irak 2006, aus der der Schiit Nuri al-Maliki hervorgegangen war, seinen Einfluss geltend gemacht: Aus öffentlich gewordenen Quellen der amerikanischen Botschaft geht hervor, dass Suleimani alle diplomatischen, finanziellen und geheimdienstlichen Register zog, um nach Saddam Husseins Sturz 2003 im Irak verbündete Akteure zu beeinflussen, ein pro-iranisches Regime zu installieren.

Im Jahr 2010 hatte er zu einem Treffen ins geistliche Zentrum Irans nach Qom geladen, um bei hohen irakischen Klerikern für die Unterstützung des schiitischen Ministerpräsidentschaftskandidaten Maliki zu werben. Maliki war der Wunschkandidat der Iraner. Bei dem Treffen war auch der einflussreiche schiitische Geistliche im Irak, Moqtada al-Sadr, anwesend, den Suleimani überzeugen konnte, bei seiner Rückkehr in Bagdad bei seinen zahlreichen Anhängern für Maliki zu werben.

In den letzten 5 Jahren, in denen Maliki im Irak an der Macht war, seien alle wichtigen Berater Malikis zunächst in Iran von Suleimani bewilligt worden, berichtet der Guardian in einer Analyse aus dem Jahr 2011. „Er ist der einflussreichste Akteur im Irak, ohne Frage. Nichts geschieht ohne seine Zustimmung”, sagte der frühere irakische Sicherheitsminister Mouaffak al-Rubaie über Suleimani.

Einflussreicher Gestalter iranischer Außenpolitik
Suleimani spielt unbestreitbar eine wichtige Rolle bei politischen und militärischen Entscheidungen, die in Teheran, Bagdad und Damaskus getroffen werden. Doch sollte sein Einfluss auf die Entwicklungen realistisch gesehen werden: Seine Strategie im Irak und in Syrien ist seltener das Entsenden seiner al-Quds-Kampfeinheiten und deren aktives Eingreifen in Kampfhandlungen, wie von einigen Medien berichtet.

Von größerer Bedeutung ist sein kontinuierlich ausgebautes, weitverzweigtes Netzwerk in der Region durch politische und militärische Ausbildung und Beratung vor Ort sowie durch logistische und finanzielle Unterstützung über die Kanäle seiner al-Quds-Einheit. Dadurch kann er langfristig den Einfluss des schiitischen Iran in der Region verteidigen und ausbauen, ohne selbst aktiv an jeder Operation beteiligt sein zu müssen. Im Krieg gegen den Irak hatte der Kommandeur zu oft gesehen, wie unzählige iranische Kämpfer in den sicheren Tod geschickt wurden. Suleimani lehnte die verlustreiche Strategie der „human waves assaults“, die Taktik der menschlichen Angriffswellen mit offensichtlich hohen Opferzahlen, entschieden ab.

Die Agenda der Revolutionsgarden im Allgemeinen und Suleimanis Auftrag als Führer der al-Quds im Speziellen im Irak und in Syrien ist dabei die ideologische und militärische Verteidigung der Islamischen Revolution, sprich der Regimeerhalt. Suleimani gefällt sich dabei, den utopischen Führungsanspruch zu reklamieren, Iran sei heute als einzige islamische Nation in der Lage, die islamische Welt zu führen, vor allem aufgrund der langjährigen „Unterstützung für die revolutionieren und islamischen Bewegungen und Kämpfer, als auch die Verteidigung von Muslimen gegen feindlichen Agressoren“.

Die Berichte über Qassem Suleimanis Engagement in Syrien und im Irak befeuern seinen Mythos als der Stratege im Hintergrund: Die Tatsache, dass wenig Genaues über seine Aktivitäten öffentlich wird, spricht für ihn – als General einer Spezialeinheit für Geheimoperationen wird nichts anderes von ihm erwartet, meint Professor Dodge von der London School of Economics: „Er ist überall und nirgendwo. Suleimani macht in Bagdad, was er zuvor in Damaskus gemacht hat: Ratschläge geben und einem Verbündeten in Bedrängnis helfen“.

Wie erfolgreich er dabei sein wird, bleibt jedoch abzuwarten. Denn auch Suleimani selbst steht unter Druck: Bereits seit August sind Gerüchte im Umlauf, dass Suleimani bei einem Misserfolg im Irak abgesetzt werden könnte oder bereits wurde. Auch wenn dies von verschiedenen Seiten dementiert wird und es widersprüchliche Informationen gibt, zeigt dies, dass der loyale General im Irak zwar eine hohe Verantwortung trägt, aber für das iranische Regime wohl auch eine ersetzbare Figur bleibt.

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