Von | | Alsharq-Veranstaltung, Irak, Kurden, Mashreq, Syrien.

Bild: Niraz Saied (C)

Bei der Alsharq-Veranstaltung Ende September in Berlin haben wir diskutiert, wie die Menschen in Syrien und im Irak den selbsternannten Islamischen Staat (IS) wahrnehmen. Eine Aktivistin und ein Aktivist aus Syrien wurden per Skype zugeschaltet. Für alle, die nicht teilnehmen konnten, hat Filmemacher Jonas Witsch ein Video von einem Teil der Veranstaltung zusammengestellt.

Nicht erst seit dem Kampf um Kobane sind wir täglich mit Bildern und Berichten von grausamen Angriffen und Landnahmen des Islamischen Staats in Syrien und im Irak konfrontiert. Oft nur am Rande der Debatte steht die Frage, wie die Situation eigentlich vor Ort wahrgenommen, verhandelt und erlebt wird.

In Syrien ist die Bevölkerung schon seit über zwei Jahren mit dem Erstarken von IS konfrontiert. Viele Teile der Bevölkerung sind dabei nicht nur der Gewalt von IS ausgesetzt, sondern weiterhin auch den anhaltenden und gewaltvollen Attacken des Assad-Regimes. Wie lebt es sich mit der doppelten Bedrohung? Welche Strategien des Widerstandes gibt es und was sind dabei wichtige Akteur_innen und unterstützenswerte Kampagnen? Ähnliche Fragen stellen sich in Irakisch-Kurdistan. Im Irak konnte sich vor allem die kurdische Führung als wichtiger Akteur und Partner der internationalen Gemeinschaft positionieren, während eine geeinte Reaktion der Regierung in Bagdad ausblieb.

Bei der Alsharq-Veranstaltung am 25. September referierten Ansar Jasim und Schluwa Sama, beide Politikwissenschaftlerinnen mit Fokus auf Syrien beziehungsweise Irakisch-Kurdistan. Thema war neben der Entstehung des IS auch die deutsche und westliche Politik in der Region. Sie hoben hervor: Es gibt viele (gewaltfreie) und zivile Gruppen und Akteur_innen vor Ort, die sich jeglicher politischer Vereinnahmung verwehren. Sie leisten wichtige Arbeit in der anhaltenden Gewaltsituation und verdienen auch im deutschen Diskurs genauere Betrachtung.

Zwei dieser Aktivist_innen kamen in der Veranstaltung auch selbst zu Wort: Abdallah el-Khatib, Medienaktivist aus Yarmuk in Süd-Damaskus lebt seit 450 Tagen unter Belagerung. Er berichtete anschaulich vom Überleben ohne Wasser und vom Versuch, den Alltag der 20 000 verbliebenen Einwohner von Yarmuk zu vereinfachen.

Dieses Video, von Filmemacher Jonas Witsch gedreht und geschnitten, zeigt große Teile des Vortrags von Ansar Jasim und das Skype-Gespräch mit Abdallah el-Khatib. Der zweite Teil, der Vortrag von Schluwa Sama und ihr Skype-Gespräch mit der Aktivistin Shenah Abdallah, kann leider aufgrund von technischen Schwierigkeiten nicht in diesem Video gezeigt werden.

Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!

Eine weitere interessante Alsharq-Veranstaltung findet übrigens heute Abend, am 14. Oktober um 18 Uhr in Berlin statt. Zu Gast: Der 2010 für den Friedensnobelpreis nominierte Dr. Izzeldin Abuelaish aus Gaza.

Edit: Liebe Leserinnen und Leser,die Technik und ihre Tücken… Bisher läuft das Video mit Firefox noch nicht auf unserem Blog. Aber wir sind dran, das so schnell wie möglich hinzubekommen! Schaut Euch bis dahin das Video doch entweder mit einem anderen Browser oder einfach unter diesem Link an (das Video muss dann erst heruntergeladen werden, 1 GB).

Print Friendly, PDF & Email

Trackbacks/Pingbacks

  1.  Leben unter dem „Islamischen Staat" - eine Stimme aus Mohassan - alsharq.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*