Von | | Interviews, Israel, Kultur, Mashreq, Palästina.

'Apo and the Apostles' bei einem Auftritt in Bethlehem. Foto: Apo and the Apostles. 'Apo and the Apostles' bei einem Auftritt in Bethlehem. Foto: Apo and the Apostles.

Mit ihrer fröhlichen Samstagabendmusik prägen Apo and the Apostles zur Zeit nicht nur die Musikszene in ihrer Heimatstadt Bethlehem und in Ramallah. Ihr Hit „Baji Wenek“ hat es längst über die Mauer bis nach Jerusalem, Tel Aviv und Haifa geschafft. Alsharq sprach mit zwei Bandmitgliedern über Unreife, Lampenfieber, Sprachfindung und die Liebe zur Musik.

2012 in Bethlehem gegründet, gelang der Band um den armenischen Frontsänger und Gitarristen Apo Sahagian der große Durchbruch im selben Jahr beim Taybeh Oktoberfest. Neben Namensgeber Apo gehören der Trompeter Firas Harb, der Schlagzeuger Pierre Taweeo und der Bassist Amir Handal zur Band. Inzwischen haben sie die EP „Got no Eden“, die LP „Back to Sababa“ und fünf Itunes der geplanten EP „Under the Zeitun tree“ auf dem Markt. Sharqistin Katharina Konarek hat Apo und Firas in Bethlehem getroffen.

 

In den letzten 5 Jahren sind immer wieder neue Bands im Nahen Osten entstanden, wie zum Beispiel die Reggae-Band Toot Ard oder die libanesische Gruppe Mashrou Leila. Würdet ihr euch in diese Auflistung einreihen? Ist das euer musikalisches Zuhause?

Firas: Ja, das ist unsere Richtung.

Apo: Echt?

Firas: Toot Ard macht alternative Indie-Musik. Das ist zwar nicht exakt unser Stil, aber es geht in die gleiche Richtung. In der arabischen Welt ist in den letzten Jahren ein neuer Musikstil entstanden. Er kommt inzwischen weit besser an als die alte kommerzielle Musik, zum Beispiel von Amr Diab. Die kennt nur Liebe und Weltschmerz als Themen. Wir sprechen in unseren Liedern über etwas Neues, über das, was uns wirklich bewegt, über das, was wir wirklich sagen wollen. Wir haben genug von dem alten Mainstream und seinem „Habibi, Habibi“.

Die meisten eurer Lieder sind auf Englisch. Hängt das damit zusammen?

Apo: Ich habe bisher immer nur auf Armenisch oder Englisch gesungen. 2012 spielte ich mit einem Freund. Er bat mich auf Arabisch zu singen. So wurde ich eher unfreiwillig zu einem arabischen Sänger – mit starkem Akzent. Arabisch ist nicht meine Muttersprache. In unseren Refrains haben wir deshalb auch kein „h“ oder „ch“. Denn diese arabischen Laute sind nicht besonders ausländerfreundlich. Seit April haben wir zwei Alben produziert. Eine LP und eine EP. Die EP hat bloß zwei arabische Lieder. Und auch auf der LP sind die meisten Lieder auf Englisch. Ich persönlich konzentriere mich mehr auf das Englische. Aber das ist keine bewusste Entscheidung. Wenn uns ein Lied auf Arabisch in den Sinn kommt, dann ist es auf Arabisch.

Firas: Unser letztes Lied ist zum Beispiel so entstanden. Wir waren im Studio nach der Aufnahme und haben noch ein bisschen zusammen gejammt. Und da war das Lied da – auf Arabisch.

Apo: Und unsere arabischen Lieder sind nicht typisch arabisch. Wenn du Mashrou Leila oder Toot Ard hörst, dann fühlst du die arabischen Lyrics. Unsere Lieder klingen eher so, wie ein betrunkener Mann, der am Straßenrand sitzt und einfach drauflos singt.

Firas: Ein bisschen unreif….

Apo: Ja, sehr umgangssprachlich

Firas: … was nicht schlecht ist!

Apo: Wir haben auf unserer nächsten Platte einen sehr arabischen Song. Ich kann ihn nicht singen. Armenisch ist eine indogermanische Sprache. Sie ist näher am Deutschen als am Arabischen. Wir sagen aber auch nicht: Wir sind eine englischsprachige Band. Nein. Vielleicht singen wir eines Tages auf Italienisch, auf Spanisch oder vielleicht sogar auf Deutsch.

Firas: Wir sind nicht an eine Sprache gebunden. Wir schreiben, singen und spielen was immer wir wollen.

Apo: Eben immer das, was am besten zur Musik passt. Manchmal habe ich eine Melodie im Kopf, die einen englischen Text braucht. Und dann wieder einen Rhythmus, zu dem nur arabische Lyrics passen.

Das klingt alles andere als unreif! Eher durchdacht. Wie seid ihr zur Musik gekommen?

Firas: Keiner von uns hat eine professionelle Musikausbildung. Ich habe das Trompete spielen von einem italienischen Priester bei den Pfadfindern in Bethlehem gelernt.

Apo: Ich habe Klavier gelernt, so wie es sich für einen gute Armenier gehört. Dann habe ich mit Gitarre angefangen. Ich hatte ein Jahr Privatstunden. Das war’s. Mein Umfeld ist stark von Musik geprägt. Ich bin bei einer politischen armenischen Partei. Dort singen wir viel, sozialistische Revolutionslieder. Bei uns wächst du mit Musik auf. Manchmal bringe ich eine kleine Prise davon auch in unsere Band ein.

Firas: Wir haben Musikunterricht in der Schule, aber der ist alles andere als strukturiert. Wenn du wirklich ein Instrument lernen willst, musst du in eine private Musikschule gehen. Das kostet viel Geld. Kaum einer kann sich das leisten. Unser Schlagzeuger Pierre, zum Beispiel, hat alles bei den Pfadfindern gelernt und dann einfach bei uns weiter gemacht. Jeder von uns hat sich sein Instrument selbst beigebracht.

Wie seid ihr als Gruppe zusammen gekommen?

Apo: Ich war als Solokünstler unterwegs und habe mit ein paar Leuten zusammen gespielt. Darunter auch Pierre. Firas habe ich immer hier in Bethlehem gesehen. Wir haben gemeinsame Freunde. Einmal war ich in einem Club, er kam zu mir und fragte: ‚Braucht ihr Jungs eine Trompete? Ich würde sofort mitmachen.’ Ich dachte bei mir: Eine Trompete? Eigentlich nicht…

Firas (lacht): Damals hatte ich seit drei Jahren nicht mehr gespielt. Aber ich wollte unbedingt. Deshalb habe ich mir gesagt: Yalla, warum nicht einfach fragen?

Apo: Firas kam zur ersten Probe und es war eine Katastrophe. Die Jungs haben gefragt: Brauchen wir wirklich einen Trompeter? Ich habe geantwortet: Gebt ihm eine Woche!

Firas: Ich hatte bis dahin auch nur klassische Musik und Kirchenmusik gespielt. Jazz war etwas vollkommen Neues.

Apo: Der Rest ist Geschichte. Es hat tatsächlich geklappt! Wir haben eine gute Chemie in der Band. Wir haben sicher nicht die professionellsten Musiker, aber wir passen alle sehr gut zusammen. Wir wollen Leute, die mit uns rocken.

Firas: Ich bin überhaupt nicht professionell, aber ich glaube an unsere Unreife. Das hebt uns von den anderen ab

Apo: Ich bin auch kein professioneller Sänger. Meine Stimme ist furchtbar.

Hattet ihr ein Gespür dafür, wie eure Musik ankommt? Dass ihr damit genau den Nerv einer Generation trefft?

Apo: Du fühlst das erst, wenn du auf der Bühne stehst. Das Taybeh Oktoberfest 2012 war unsere erste Show. Wir hatten zwei Wochen, um uns vorzubereiten. Also haben wir 14 Songs zusammengestellt und sind nach Taybeh gefahren. Da haben wir es gespürt. Wir wollten von Anfang an Samstagabendmusik machen, fröhliche Partymusik. Persönlich haben wir alle einen sehr unterschiedlichen Musikgeschmack: Firas ist unser Pink Floyd-Mann. Ich mag lieber progressiven Rock, Pierre ist sehr jazzig, und Amir mag psychadelische Musik. Aber als Musiker musst du dich weiter entwickeln. Es macht keinen Sinn, einfach nur zu wiederholen was schon gespielt wurde. Ich kann auf die Bühne gehen und die Black Keys spielen. Aber die Black Keys machen das schon – und zwar viel besser als ich. Wir haben uns für Samstagabendmusik entschieden. Wir haben keine Gigs unter der Woche, nur am Wochenende. Wir spielen auch nur, wenn es eine Bar gibt. Wir waren zum Beispiel nach Shafa Amr eingeladen. Meine erste Frage war: Gibt’s bei euch Bier? Nein? Sorry, dann kommen wir nicht.

Firas: Wirklich! Wir spielen keine Show, wenn es keine Bar für das Publikum gibt.

Euer erster Auftritt liegt jetzt vier Jahre zurück. Habt ihr heute noch Lampenfieber?

Apo: Ich nicht.

Firas: Vor dem ersten Auftritt war ich sehr aufgeregt. Trotz Lampenfieber haben wir eine gute erste Show gemacht. Wenn du auf der Bühne bist, kannst du nicht anders. Das Gefühl gibt dir so viel Energie, da verschwindet das Lampenfieber ganz schnell.

Apo: Oft sind auch unsere Freunde im Publikum. Einer meiner besten Freunde ist dieser große, glatzköpfige, russische Kerl, den du von überall siehst. Er steht dann immer ganz hinten mit einer Flasche Vodka in der Hand. Wenn du deine Freunde siehst, wie es ihnen gefällt und sie Spaß haben, dann ist da kein Platz für Lampenfieber mehr. Ich als Sänger und Frontmann kann mir das sowieso nicht erlauben. Ich bin die ganze Zeit im direkten Kontakt mit dem Publikum. Manchmal werde ich müde, aber Angst habe ich nicht. Das liegt auch daran, dass ich schon vor Apo and the Apostles mit anderen Gruppen auf der Bühne stand. Und sobald ich meine Gitarre in der Hand halte, fühle ich mich wohl. Ohne die Gitarre hätte ich vielleicht Angst. Aber mit meiner Gitarre schaffe ich alles.

Wie sehen eure Familien eure musikalischen Ambitionen?

Firas: Sie unterstützen uns sehr. Natürlich können sich einige meiner Verwandten bissige Kommentare nicht verkneifen. Aber meine Eltern und Geschwister stehen hinter mir.

Apo: Meine Eltern haben meinen Gitarrenunterricht bezahlt. Mein Vater wollte, dass ich musikalisch bin. Er sah das als eine Art nationale Aufgabe. Er kommt zwar nicht zu unseren Auftritten, aber er teilt unsere Lieder auf Facebook und schreibt dann ganz stolz: Schaut! Das ist mein Sohn!

Firas: Insbesondere unsere Freunde unterstützen uns. Am Anfang bestand unser Publikum zur Hälfte aus Freunden. Heute sind es vielleicht noch 10 Prozent, aber sie bleiben uns treu.

Apo: Wir sind sehr eng mit unseren Freunden. Wir versuchen, nicht abzuheben.

Firas: Manchmal sitzen wir alle zusammen in einer Bar und schreiben unsere Texte. Bevor wir ein Lied rausbringen, spielen wir es unseren Freunden vor und testen es mit ihnen

Apo: Eines der Lieder auf unserer neuen EP, die diesen Spätsommer rauskommt, ist so entstanden. Es war auf Arabisch und wir haben versucht, die passenden Lyrics zu finden. Wir haben Freunde eingeladen und uns gegenseitig die Texte vorgelesen.

Firas, du bist gelernter Buchhalter. Apo, du studierst Politikwissenschaften in Budapest. Könnt ihr inzwischen von der Musik leben? Wollte ihr das überhaupt oder würde das eurer Musik die Leichtigkeit nehmen?

Firas: Ich mag meine Arbeit als Buchhalter. Wenn es irgendwie geht, will ich beides weiter kombinieren. Tagsüber ganz normal arbeiten und am Abend Musik machen.

Apo: Ich fände es schön, wenn meine Kunst zum Leben reicht. Ich mag das Leben als Künstler. Ich könnte bestimmt auch ein guter Politikwissenschaftler sein, aber Kunst interessiert mich mehr.

Firas: In Europa ist das anders. In Frankreich zum Beispiel: Wenn du dort drei bis vier Jahre lang einen Plattenvertrag hast und zwei große Shows machst, dann kannst du gut davon leben. Hier geht das nicht. Von der Kunst können wir nicht leben. Aber Geld ist nicht das wichtigste. Ich glaube vielmehr, dass wir ein anderes Ziel haben: Wir wollen etwas erreichen! Apo and the Apostles ist keine Eintagsfliege, von der wir nach zwei Jahren sagen: Khalas, das war’s! Ich glaube, diese Idee teilen wir alle. Und das ist das wichtigste für eine Band, ein gemeinsames Ziel.

Habt ihr Vorbilder, an denen ihr euch musikalisch orientiert?

Firas: Ich will nicht wie andere sein. Wir brauchen keine Vorbilder. Du kannst nicht genau den gleichen Weg gehen wie andere. Du musst dein eigenes Ding machen. Du musst deine eigenen Mittel und Wege finden. Wir machen alles alleine. Manche Sachen sind schwer, aber es macht viel Spaß. Und wir versuchen alles zusammen zu regeln. Wir streiten uns natürlich auch, aber am Ende packen wir dann wieder gemeinsam an.

Habt ihr inzwischen einen Produzent oder ein Label?

Firas: Wir suchen noch nach einem Produzenten, stehen aber bereits in Verhandlungen für unsere nächste LP.

Apo: Bisher habe ich unsere Songs produziert. Wir gehen ins Studio. Dort haben wir einen Tontechniker. Wir produzieren zusammen. Die EP hat mehr lokalen Bezug. Die LP ist stärker an ein internationales Publikum gerichtet. Die Platte ist fertig, aber wir bringen sie erst raus, wenn wir ein Label gefunden haben. Meiner Meinung nach entscheidet dieses Album über unsere Zukunft – hop oder top!

Das klingt nach einer internationalen Karriere: Habt ihr auch Lust, in Europa zu spielen?

Firas: Das wollen wir! Es ist eines unserer großen Ziele, gemeinsam auch international Erfolg zu haben.

Apo: Ich glaube, wir haben einige Elemente in unserer Musik, die überall auf der Welt gut ankommen. Wir haben schon in Frankreich gespielt und das Publikum ist mitgegangen. Warum sollten wir mit unserem Programm nicht auf Tour gehen? Wir wollen Europa doch nicht gute Musik vorenthalten (lacht). Wir sagen kaum „Nein“ zu Auftritten. Wenn wir eingeladen werden, haben wir nur eine Bedingung: Wir wollen eine Bar. Dann kommen wir.

Neben Auftritten in Ramallah und Bethlehem habt ihr auch beim Studententag an der Universität in Tel Aviv und in der Wunderbar in Haifa gespielt.

Apo: Wir waren auch zum Studententag in Haifa eingeladen. Aber dann hat die Universität ein riesiges Fass aufgemacht, wegen unserer Einreisegenehmigungen.

Firas: Sie haben mich angerufen und gesagt, dass sie Angst haben, keine Genehmigungen für uns zu bekommen. Wir sind vier – Pierre, Amir, Victor und ich – aus der West Bank. Die Leute von der Universität in Tel Aviv waren viel lockerer. Mutig und geduldig. Sie haben uns von Anfang an ganz unbürokratisch geholfen.

Apo: Wir sollten auch an der Hebräischen Universität in Jerusalem spielen, aber auch da gab es einen großen Aufstand wegen der Genehmigungen.

Und trotzdem singen die Leute von Bethlehem bis Haifa „Baji wenek“. Hat euch der Erfolg überrascht?

Apo: Erfolg und wir in einem Satz… Ich kann das immer noch nicht ganz fassen. Ich meine, was machen wir denn schon? Wir spielen einfach nur unsere Musik.

Firas: Aber alle unsere Shows waren erfolgreich! Das ist Fakt!

Erkennen euch die Leute auf der Straße?

Firas: Hier in Bethlehem sowieso (lacht).

Apo: Sogar in Jaffa. Ich war letzte Woche dort in einer Bar. Zwei Israelinnen standen neben mir. Sie sprachen auf Hebräisch über mich. Ich spreche Hebräisch (grinst). Aber ich tat so, also würde ich nichts verstehen. Sie sagten: ‚Schau! Er ist es wirklich! Lass uns ein Selfie mit ihm machen.’ Ich war mit einem armenischen Freund da. Wir haben uns weggeschmissen vor Lachen. Die Mädchen kamen auf uns zu und sprachen uns auf Englisch mit starkem hebräischen Akzent an: ‚Wir lieben deine Shows! Du machst tolle Shows! Wir haben dich in Tel Aviv gesehen. Du bist wirklich gut!‘ Ich habe ihnen geantwortet: ‚Toda Raba!‘ (hebräisch für ‚Danke‘).

Firas: Aus Israel haben wir viele Einladungen zu Auftritten bekommen. Zum Beispiel auch von den Pfadfindern dort.

Apo: Das Problem ist die Bar. Die Sache mit der Bar bedeutet nicht, dass wir immer trinken. Ich selbst trinke nie viel. Aber eine Bar verändert die ganze Atmosphäre.

Firas: Wir machen Partymusik, Samstagabendmusik. Wir brauchen ein Publikum, das mit uns mit feiert! Nur wenn es dem Publikum gefällt, haben auch wir Spaß. Wir sind keine Band, bei deren Konzerten man sitzt und still zuhört.

Apo: Wir sind eben keine professionellen Musiker.

Ihr seid gerade von einer Tour in Israel und den palästinensischen Gebieten zurück gekommen. Wo war das beste Konzert?

Firas: Haifa war toll! Da hat das gesamte Paket gestimmt. Der Ort war super, die Tonanlage umwerfend. Dieser Club – die Wunderbar – hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre.

Apo: Ich denke auch, dass Haifa unser bestes Konzert war. Tel Aviv war auch super. Da haben wir vor 2.000 Leuten gespielt. Und auf einmal tanzten alle Shlomos und Shlomitzkis zu unserer Musik. Manchmal muss du aber auch den Langzeiteffekt eines Auftritts bewerten. Haifa war super, perfekte Tonanlage. Das Publikum dort ist allerdings hochwertige Shows gewöhnt. Wenn wir hier in Bethlehem spielen, dann hat das eine andere Qualität: Hier hast du keine große Bühne, keine aufwendige Lichtanlage. Aber du gibst den Leuten etwas. Du säst einen Samen. Es bewirkt etwas in den jungen Leuten.

Firas: Hier merkt man, wie stark sich die Musikszene in den letzten vier Jahren entwickelt hat. Wir haben angefangen und nach uns kamen drei oder vier Bands. Das ist ganz schön viel für eine Stadt mit nur 10.000 Einwohnern. Junge Musiker, die versuchen ihr eigenes Ding zu machen. Das ist wirklich gut. Du kannst es überall in der Stadt spüren. Es ist toll, diese Energie auf andere zu übertragen. Diese Einstellung: Ok, die Situation ist beschissen, alles ist beschissen, aber trotzdem kannst du etwas erreichen.

Apo: Ich habe keine Erwartungen. Ich weiß nicht, was wir am Ende erreichen. Im Moment sind wir die Pioniere in der Szene. Die anderen schlagen unseren Weg ein und entwickeln ihn weiter. Eines Tages, wenn wir nicht mehr da sind, so in 50 Jahren, wird ein Wissenschaftler kommen und die Musikszene hier in Bethlehem analysieren. Wir werden dann nur eine Fußnote sein. Aber, hey, wer kann eine wissenschaftliche Arbeit ohne Fußnoten schreiben? Wir sind also die „Fußnoten“band. Es wird größere Bands aus Bethlehem geben, sie werden das Publikum für sich vereinnahmen. Aber wenn du sie fragst, was ihre Inspiration war, werden sie sagen: ‚Weißt du, es gab da früher diese Band Apo … irgendwas’ (lacht).

Firas: Nein, sie werden nicht Apo sagen, sie werden sagen „Baji wenek“ (dt.: Ich komme, wo bist du)

Eine wunderbare Überleitung zur letzten Frage: Wie kam euer Bandname zu Stande?

Firas: Apo war vorher Solokünstler. Als wir angefangen haben, war Apo bereits bekannt. Und wir haben seinen Namen genutzt. Das hat uns vieles erleichtert. Apo und Amir kamen dann auf die Idee mit den Aposteln.

Apo: Keiner hier sagt ‚Apo und die Apostel’. Die Leute sagen: Apo. Und ich sage: Nein, die Band heißt nicht so. Ich bin nur ein Teil der Band, nicht DIE Band. Wir sind Apo and the Apostles.

Firas: Apo ist eben einfacher. Unser Bandname ist definitiv zu lang……

 

Der Blog Alsharq ist ein Projekt von Ehrenamtlichen. Wenn Du unabhängigen Journalismus zum Nahen Osten nachhaltig fördern willst, werde Fördermitglied von Alsharq e.V.

klicken_mitglied_werden

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*