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Ibrahim Abu Laith (links) und ein Begleiter bei ihrer letzten Botschaft aus Aleppo. (Facebook-Screenshot) Ibrahim Abu Laith (links) und ein Begleiter bei ihrer letzten Botschaft aus Aleppo. (Facebook-Screenshot)

„Für mich ist es unmöglich, Aleppo zu verlassen, weil die Stadt ein Teil meiner Seele ist“, sagte Ibrahim Abu Laith, Pressesprecher der Weißen Helme, im Gespräch mit Alsharq vor vier Monaten. Jetzt musste er doch gehen, gemeinsam mit vielen anderen. Vorher hat er noch eine Botschaft hinterlassen, die wir hier dokumentieren.

Es ist noch keine vier Monate her, dass wir mit Ibrahim Abu Laith sprachen. „Wir sind hier in Aleppo, und diese Stadt kennt wirklich nur den Tod“, sagte der 26-Jährige damals. Er war Pressesprecher der Weißen Helme in Aleppo, einer zivilgesellschaftlichen Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Menschen in der belagerten Stadt nach den syrischen und russischen Bombardements aus den Trümmern zu retten. Für diese Arbeit wurde die Organisation für den Friedensnobelpreis nominiert.

Unsere letzte Frage damals lautete: „Wenn es einen Weg aus Aleppo gäbe, würdest Du gehen?“ Und er antwortete: „Wer Aleppo kennt, würde die Stadt niemals verlassen. Wer hier aufgewachsen ist und gelebt hat, verlässt diese Stadt nicht. Trotz der Belagerung und Bombardierung und obwohl es die gefährlichste Stadt der Welt ist: Ich werde in meinem Leben keine schönere als diese Stadt finden. Für mich ist es unmöglich, Aleppo zu verlassen, weil die Stadt ein Teil meiner Seele ist.“

Vor zwei Tagen wurde das, was vor vier Monaten noch unmöglich schien, Realität. Nach Bombenangriffen über Jahre hinweg und Monaten der Belagerung gehörte Ibrahim zu denjenigen Zivilisten und Rebellen, die am Donnerstag Aleppo verließen, in einem der grünen Busse. Vorher meldete er sich noch einmal per Facebook zu Wort. Hier ist das Video:

„Hier sind wir und verlassen Aleppo. Höchstwahrscheinlich ist dies unser letzter Besuch hier. Ich schwöre, wir haben die Stadt nicht verlassen, bis Bashar alles zerstört hat, nicht nur die Gebäude, sondern auch die Menschen. Wir haben in den letzten sechs Jahren in Würde und Freiheit gelebt. Wir wollen die Stadt nicht verlassen, aber das ist unser Schicksal. Wenn Gott will, kehren wir zurück. Jeder Stein hier erzählt unsere Geschichte, erzählt die Geschichte eines jeden einzelnen, der hier gelebt hat. Wenn Gott will, kehren wir zurück.“

Aus dem Arabischen von Jalal Saddi.

Unseren Informationen zufolge konnte Ibrahim Abu Laith tatsächlich aus Aleppo entkommen. Dabei wurde er zwar zwischenzeitlich verhaftet, befindet sich jetzt aber in den befreiten Gebieten westlich von Aleppo. Gemeinsam mit ihm sind zahlreiche andere Mitglieder der Weißen Helme vorerst in relativer Sicherheit – im Gegensatz zu Tausenden anderen, die noch eingeschlossen sind und weiter darauf warten, aus der Stadt zu gelangen.

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Und, schon dreieinhalb Jahre alt, aber aktueller denn je: Ein syrischer Brief: Aleppo, die vergessene Stadt

 

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