Von | | Ägypten, LGBTI.

Junge Männer hissen die Regenbogen-Flagge während des Mashrou-Leila-Konzerts. Dieses Bild und weitere haben im Anschluss in Ägypten für enormen Aufruhr gesorgt. Junge Männer hissen die Regenbogen-Flagge während des Mashrou-Leila-Konzerts. Dieses Bild und weitere haben im Anschluss in Ägypten für enormen Aufruhr gesorgt.

Weil Konzertbesucher die Regenbogenflagge gezeigt haben, wurden mindestens 75 Ägypter festgenommen, 31 bereits zu Haftstrafen verurteilt. TV-Kommentatoren sind außer sich – über die Flagge: Homosexualität sei ein Verbrechen, „genauso schlimm wie Terrorismus“. Dabei ist sie nicht einmal illegal. Von B. Abdelwahab. ENGLISH VERSION INCLUDED.

 

 Scroll down for English

 

Mit mindestens 75 Verhaftungen bis jetzt – laut der Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR) – gilt der sogenannte Rainbow Flag Case als größte anti-Schwulen-Razzia in Ägypten seit den Queen Boat Trials im Jahr 2001. Die Anklagen lauten: „Ausschweifung“, „Anstiftung zu sexuell abweichendem Verhalten“, „Mitgliedschaft in einer ungesetzlichen Vereinigung“. 31 Haftstrafen wurden verhängt, von sechs Monaten bis zu sechs Jahren.

Alles begann, als eine kleine Gruppe Konzertbesucher die Regenbogenflagge in die Höhe hielt. Der Vorfall ereignete sich bei einem Konzert der bekannten libanesischen Band Mashrou‘ Leila am 22. September während des Music Park Festivals in Kairo. Hamed Sinno, Leadsänger der Band, ist einer von sehr wenigen offen schwulen Künstlern in der Region. Die Band setzt sich auch für LGBT-Rechte ein.

Innerhalb weniger Stunden gingen Fotos von dem Konzert in den sozialen Medien viral und sorgten für hitzigen Streit. Lokale Medien griffen das Thema sofort auf, mit feindseligem Tonfall, und heizten den Hass gegen die LGBT-Community weiter an.

Ägyptische Medien in Ekstase

„Nur eine kleine Gruppe im Publikum zeigte die Flagge. Als Organisator kann ich nicht wissen, ob eine Person, die zum Konzert kommt, so ist (schwul) oder nicht“, sagte Haitham Alaa, Organisator des Konzerts, im Telefongespräch mit dem privaten Fernsehsender Dream TV.

Amr Adib, Moderator einer Sendung im Privatfernsehen, erklärte: „Freiheit hat Grenzen und Regeln. Manche Gesellschaften akzeptieren eben keine Schwulen. Präsident Trump hat sich vielen Themen, die Schwule betreffen, widersetzt, Angela Merkel ebenfalls…Mittlerweile wird man unterdrückt, wenn man beschließt, gegen Schwule zu sein… Entweder wir alle äußern unsere Meinungen, oder es spricht überhaupt niemand. Ich kann es nicht verstehen, wenn sich jemand für die Freiheit bei Themen einsetzt, die in unserer Gesellschaft nichts bedeuten.“

Aus der Türkei meldete sich Hesham Abdullah in seiner Talkshow auf dem pro-Muslimbruderschafts-Sender Al-Sharq TV [keine Verbindung zu alsharq.de, Red.] zu dem Vorfall. Er sagte, dass die selben Mächte im Staat, die „Tarawih“-Gebete in den Moscheen während des Ramadan verbieten, nun ein Konzert von Abartigen (Zitat) erlaubt hätten. „Es stellte sich heraus, dass manche Ägypter die Rechte der Abartigen vertreten haben. Allah wird sie foltern … Man muss sich von ihnen distanzieren, selbst wenn sie der eigenen Familie angehören, um sich vor der Folter zu retten“, sagte er.

 

"Gegen die Menschlichkeit" nannte ein TV-Kommentator Homosexualität.

„Gegen die Menschlichkeit“ nannte ein TV-Kommentator Homosexualität.

 

Ahmed Moussa, Moderator beim privaten Sender Sada el Balad, rief den Staat zum Handeln auf: „Die Flagge der Abartigen wurde öffentlich geschwenkt, und noch immer habe ich nichts von irgendwelchen Maßnahmen gehört, die dagegen unternommen wurden … Ich hoffe, das Parlament oder das Innenministerium handeln … Ist es erlaubt, dass so etwas in Ägypten passiert? Nein, ist es nicht! Es ist gegen unsere Traditionen, Religion und Menschlichkeit. Es richtet sich gegen uns Ägypter!“ Moussa proklamierte auch, dass Homosexualität ein Verbrechen sei, ebenso gefährlich wie Terrorismus.  

Reda Ragab, Vertreter der Gewerkschaft für Musikberufe, gab in einem Telefonat mit Al-Assema TV bekannt, dass die Gewerkschaft beschlossen habe, sämtliche zukünftigen Konzerte von Mashrou‘ Leila in Ägypten zu verbieten; einzige Ausnahme: falls die Sicherheitsbehörden zustimmen sollten.

Die Band ihrerseits rief in einem Statement zu internationaler Solidarität mit der ägyptischen Community auf. Die Musiker sagten, sie bedauerten es, dass ihre Arbeit nun als Sündenbock für eine weitere Repressionsmaßnahme der Regierung benutzt wurde.

 


Der Blog Alsharq ist ein Projekt von Ehrenamtlichen. Wenn Du unabhängigen Journalismus zum Nahen Osten für alle nachhaltig fördern willst, werde Fördermitglied von Alsharq e.V., verschenke eine Fördermitgliedschaft oder unterstütze uns mit einer Spende.
klicken_mitglied_werden


 

Am 30. September veröffentlichte der Supreme Council for Media Regulation (SCMR), ein Organ der Regierung, die Anweisung, das Auftreten von Homosexuellen oder ihren Slogans zu verbieten, in sämtlichen Medien, sei es schriftlich, als Audio oder visuell, es sei denn, die Medien gestehen ein, dass ihr Verhalten ungebührlich ist und sie Reue bekunden. Außerdem erklärte der SCMR, dessen Vorsitzender übrigens direkt vom Präsidenten bestimmt wird, dass Homosexualität eine Krankheit und Schande sei, die besser versteckt würde statt verbreitet, bis sie behandelt wurde und die Schande aufgehoben (das ganze Statement zum Nachlesen: ArabischEnglisch).

 

Bekannte Razzien gegen LGBT in Ägypten

Obwohl der Rainbow Flag Case nun als größte Verfolgung Schwuler in Ägypten gilt, war er nicht die erste. Alle paar Jahre rückt ein neuer Fall die LGBT-Community ins Rampenlicht.

Der berühmteste Fall waren die Queen Boat Trials 2001. Er war auch unter dem Namen Cairo 52 bekannt, da 52 Männer im Zusammenhang mit einer schwimmenden Disko in Kairo namens Queen Boat verhaftet wurden – während einer angeblichen Schwulenparty.

Nach Angaben von Human Rights Watch wurden die meisten der Männer in der Haft gefoltert. Der Bericht enthüllt auch, dass nur ein Drittel der Männer auf dem Boot selbst verhaftet wurde. Die meisten anderen wurden mit Hilfe von Informanten auf der Straße verhaftet, Tage vor der Razzia.

Die Zeitungen fuhren eine Hetz-Kampagne gegen die Beschuldigten, veröffentlichten Fotos, Namen, Adressen und Berufe. Sie wurden als Teufelsanbeter beschrieben, die perverse Praktiken vornahmen und pornografische Bilder machten.

Nach den Wiederaufnahmeverfahren wurden 29 Angeklagte freigesprochen, während 21 wegen „ausschweifenden Verhaltens“ zu dreijährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Der Hauptangeklagte wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, sein mutmaßlicher Helfer erhielt eine dreijährige Strafe. Der Richter reduzierte die Strafen von vier Männern auf ein Jahr nach einem Berufungsverfahren.

Die Ramses Bathhouse Trials waren eine Polizeirazzia, die der private Al-Qahera wa al-Nas-Sender exklusiv filmte und ausstrahlte. 26 Männer wurden im Dezember 2014 in einem öffentlichen Badehaus in Ramses/Kairo verhaftet. Am selben Tag schrieb die TV-Moderatorin Mona al-Iraqi auf Facebook, dass sie und ihr Filmteam dieses Badehaus als „Hort der Gruppenperversion“ ausfindig gemacht und an die Polizei gemeldet hätten.

Nachdem die Bilder der während der Verhaftung halbnackten Männer ausgestrahlt wurden, und nachdem sie eine eingehende ärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen mussten, wurden alle 26 Männer für unschuldig befunden. Iraqi wurde zunächst wegen Diffamierung und der Verbreitung falscher Tatsachen zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt, und zu einer Strafe von 1.600 Ägyptischen Pfund (damals etwa 190 Euro). Nach der Berufung wurde sie freigesprochen.

 

Homosexualität ist nach ägyptischem Recht nicht illegal

Obwohl es als großes Tabu gilt, gibt es keinen Artikel in ägyptischen Gesetzen, der Homosexualität ausdrücklich unter Strafe stellt. LGBT werden daher in der Regel aufgrund von anti-Prostitutionsgesetzen und unter dem Vorwurf der Ausschweifung verfolgt und verhaftet.

Viele, die während der aktuellen Razzia verhaftet wurden, waren noch nicht einmal bei dem Konzert. Laut einer Pressemitteilung des UN-Menschenrechtskommissars wurden einige verhaftet, nachdem sie mit Hilfe von Apps und einschlägigen Chat Rooms in die Falle gelockt wurden.

Allerdings waren nicht nur LGBT von den Verhaftungen im Rainbow Flag Case betroffen. Zwei der Hauptverdächtigen, Ahmad Alaa und Sarah Hegazy, wird vorgeworfen, die Regenbogenflagge beim Konzert gezeigt zu haben. Sie wurden am 2. Oktober verhaftet, der Vorwurf lautet „Mitgliedschaft einer verbotenen Gruppierung, die darauf abzielt, den allgemeinen und sozialen Frieden zu stören“.

Der 21 Jahre alte Jurastudent Alaa räumte ein, die Flagge in Solidarität mit Sänger Sinno gehisst zu haben. Die 28-jährige Hegazy, die im IT-Bereich arbeitet, stritt die Vorwürfe ab. Sie erklärte allerdings ihre Solidarität mit der LGBT-Community.

Hegazys Mitgefangene schlugen und drangsalierten sie in ihrer ersten Nacht auf der Polizeistation, berichten ihre Anwälte. „Die Belästigung endete erst, als sie ins Gefängnis gebracht wurde“, sagt ihr Anwalt Mostafa Fouad. Er bestätigte auch, dass während der Befragung ihr Handy beschlagnahmt wurde und sie zu Posts, Bildern und privaten Nachrichten auf ihrem Facebook-Account befragt wurde.

Alaa veröffentlichte vor seiner Verhaftung ein Online-Video, in dem er sagte, er könnte von der Universität ausgeschlossen werden, und dass er Todesdrohungen erhalten habe. Sein Anwalt Mohamed Hanafy sagte im Gespräch mit Alsharq, dass er nicht medizinisch untersucht wurde, während er in Haft war.

Dies war nicht allen während der Razzia Verhafteten beschieden. Mindestens fünf von ihnen wurden von ägyptischen Gerichtsmedizinern anal untersucht, berichtete Amnesty International.

Ein Bericht von Human Rights Watch stellte fest, dass Analuntersuchungen nicht nur unethisch und misshandelnd sind, sondern in den allermeisten Fällen auch ohne jeden Beweiswert. In dem Bericht wurde auch die Independent Forensic Experts Group (IFEG) zitiert, die sagte, die Untersuchungen sollten verworfen werden, sowohl aus Gründen des Menschenrechts und der Medizinethik als auch, weil sich mit ihrer Hilfe keine Abnormalitäten beim Schließmuskel feststellen lassen, die zuverlässig von konsensuellem Analverkehr stammen.

 

 

Am 29. Oktober erneuerte die Staatsanwaltschaft die Haft für Ahmed Alaa um 15 Tage. Auch Sara Hegazys Haft wurde am 25. Oktober um 15 Tage verlängert.

Mindestens 75 Menschen wurden bislang im Rainbow Flag Case insgesamt verhaftet – schätzungsweise. Zwei wurden freigesprochen, fünf weitere von der Anklage entlassen. Bis jetzt wurden 31 Menschen zu Haftstrafen verurteilt, von sechs Monaten bis zu sechs Jahren, während der Rest noch auf die Prozesse oder die Befragungen wartet, teilte die Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR) mit.

Aus dem Englischen von Bodo Straub

 


Unterstütze Alsharq e.V.!

klicken_mitglied_werdenMit einem bereits kleinen Beitrag kannst du den Fortbestand unserer unabhängigen und kritischen Berichterstattung sichern.


 

Rainbow case: Largest LGBT crackdown in Egypt since 2001

By B. Abdelwahab

 

With at least seventy-five arrests till now, according to the Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR), on charges of: “debauchery”, “inciting sexual deviancy” and “joining an outlawed group”, including thirty-one prison sentences ranging from six months to six years, the Rainbow Flag case is now considered the highest anti-gay wave of arrests in Egypt since the Queen Boat trials in 2001.

It all started when a small group of concertgoers raised the rainbow flag during the performance of the popular Lebanese band Mashrou’ Leila on the 22nd of September at the Music Park Festival in Cairo. Hamed Sinno, the lead singer of the band, is one of the very few, if not the only, openly gay artists in the region. The band also advocates for LGBT rights.

Within hours photos of the concert went viral on social media causing a heated controversy. The topic was immediately picked up by local media which adopted a hostile tone and fueled hatred towards the LGBT community.

 

Egyptian Media Frenzy

“Only a small group of the audience raised the flag. As an organizer I cannot know if the person entering the concert is like that [gay] or not,” stated Haitham Alaa, the organizer of the concert, during a phone call to privately owned Dream TV Channel.

Amr Adib, prime-time TV host, argued: “Freedom has limits and rules. This society has traditions and religion. Some societies do not accept gays. President trump stood against many issues concerning gays. So did Merkel … Now we reached a level where one would get oppressed if he decided to be anti-gay … Either we all express our opinions or no one speaks at all. I cannot understand advocating for freedom of issues that mean nothing to our society.”

Airing from Turkey, Hesham Abdullah used the incident to attack the Egyptian state in his talk-show on the pro-Brotherhood, Al-Sharq TV channel [not associated with alsharq.de / Red]. He said that the same arms of the state that forbid Tarawih prayers in mosques during Ramadan allowed a concert for deviants to take place. “Some Egyptians turned out to be advocating for the rights of the deviants. Those will be tortured by Allah … You have to distance yourself from them, even if they were members of your family, in order to be saved from the torture,” he added.

"Ebenso gefährlich wie Terrorismus" nannte ein ägyptischer TV-Kommentator das Hissen der Regenbogenflagge.

On the other side Ahmed Moussa, TV host on privately owned channel Sada El Balad, called for action from the state: “The flag of the deviants was waved in public and till now I still did not hear of any procedures taken against that … I hope the parliament or the ministry of interior will take any action … Is this allowed to take place in Egypt? No, it’s not! It’s against our traditions, religion and humanity. It’s against us, Egyptians!” Moussa also proclaimed that homosexuality is a crime as dangerous as terrorism.

Reda Ragab, deputy of the syndicate of musical professions, announced in a phone call to Al Assema TV Channel, that the syndicate decided to ban any upcoming concerts for Mashrou’ Leila in Egypt unless they acquire security approval first.

The band, in return, issued a statement calling for international solidarity with the Egyptian community. They also expressed how saddened they were to see the band’s work used to scapegoat another crackdown by the government.
 


Alsharq is a project run by independent, critical journalists on a voluntary basis.
You can support us through a donation. Click here for banking details:

klicken_mitglied_werden


 

On the 30th of September the Egyptian Supreme Council for Media Regulation (SCMR), a government body established on April 2017, issued an order to ban the appearance of homosexuals or their slogans in any media outlet whether written, audio or visual except when they acknowledge the fact that their conduct is inappropriate and repent for it. According to the SCMR, whose head is appointed directly by the president, homosexuality is a sickness and disgrace that would be better hidden from view and not promoted for dissemination until it is treated and its disgrace removed. The full statement is available here (ArabicEnglish).

 

High-profile raids on LGBT in Egypt

Although the Rainbow Flag case is now considered the widest anti-gay crackdown in Egypt, it was not the first. Every couple of years a new case brings the LGBT community under the spotlight.

The most famous case was the Queen Boat trial in 2001. It was also known as Cairo 52, referring to the fifty-two men who were arrested aboard a floating discotheque in Cairo called Queen Boat during an alleged gay party.

According to Human Rights Watch report, most of the men had been tortured in detention. The report also unveils that only thirty men were arrested on the boat. Most of the rest were picked up on the street through informers, days before the raid.

Newspapers lead a negative campaign on the accused, publishing their photos, names, addresses and occupations. They were described as devil-worshippers who practiced perverted activities and took pornographic photographs.

After retrials twenty-nine defendants were acquitted, while twenty-one were convicted with habitual debauchery and sentenced to prison terms of three years. The key defendant was given a five-year sentence, while his alleged aide, received a three year term. The judge reduced the sentences of four men to one year after an appeal hearing.

Ramses Bathhouse trials, a police raid filmed and broadcasted as an exclusive for the privately owned Al-Qahera Wal Nas TV channel. In December 2014, twenty-six men were arrested in a public bathhouse in Ramses – Cairo. On the same day Mona-Al Iraqi, the TV host, wrote on Facebook that she and her crew have been investigating this bathhouse for being a “den of group perversion” which they have reported to the police.

After having their half-naked pictures broadcasted during the arrest and after going through physical examinations, all twenty-six men were found innocent. Iraqi was first sentenced to six months in prison and a fine of 1,600 EGP on charges of defamation and spreading false news. After the appeal she was acquitted.

 

Homosexuality is not illegal according to the Egyptian law

Although regarded as highly taboo, there is no article in the Egyptian law that incriminates homosexuality specifically. LBGT individuals are usually prosecuted and arrested under anti-prostitution and debauchery laws.

Many of the individuals arrested during the current crackdown did not even attend the concert. According to UN High Commissioner for Human Rights press briefing, individuals were reportedly arrested after being entrapped by law enforcement officials on apps and in internet chat rooms.

However, the Rainbow Flag case arrests were not exclusive to LGBTs only. Two of the main suspects, Ahmed Alaa and Sarah Hegazy, were targeted for waving the rainbow flag at the concert. They were arrested on the 2nd of October on the charge of “joining a banned group that aims to disturb the general and social peace”.

While Alaa, 21 years old law student, admitted to raising the flag in solidarity with Sinno, the lead singer of the band. Hegazy, 28 years old who works in IT field, denied these allegations. She confirmed however, her solidarity with the LGBT community.

Hegazy was beaten and harassed by her fellow detainees during her first night at the police station, according to her lawyers. “The harassment stopped when she was moved to jail,” said Mostafa Fouad, Hegazy’s lawyer. He also confirmed, that during the investigation her mobile was confiscated and she was questioned about posts, pictures and private messages on her Facebook account.

Alaa appeared in a video online before his arrest, saying that he might get expelled from the university and that he had received death threats. Mohamed Hanafy, his lawyer, stated that he did not undergo any medical examination, during his detention.

That was not the case for all of those arrested during this raid. At least five went through anal examinations that were conducted by the Egyptian forensic medical authority, as reported by Amnesty on the 2nd of October.

A report conducted by Human Rights Watch stated that forced anal examinations are not only unethical and abusive, but also entirely without evidentiary value in the vast majority of cases. The report included a statement of the Independent Forensic Experts Group (IFEG) saying that, the exams should be rejected both for reasons of human rights and medical ethics and on the grounds that the examination has no value in detecting abnormalities in anal sphincter tone that can be reliably attributed to consensual anal intercourse.

 

 

On the 29th of October, State Security Prosecution renewed the detention of Ahmed Alaa for fifteen days. Also Sara Hegazy’s detention was renewed for additional fifteen days on October 25th.

The total estimated arrests are at least seventy-five so far. Two of those have been acquitted and five others were released by the prosecution. Till now thirty-one have been sentenced to jail time ranging from six months to six years, while the rest are still facing trials or undergoing interrogations, as per Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR).

 

Please support our work and independent journalism – just click on the link for a donation

klicken_mitglied_werden

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*