Omans ungewisse Zukunft – dem Sultanat droht eine Nachfolgekrise

Von | | Arabische Halbinsel, Hintergrund, Oman.

Sultan Qaboos (links) 2010 bei einem Staatsbesuch in Bahrain. Bild: Bahrain MoFA / Flickr (CC BY 2.0)

Sultan Qaboos bin Said, der absolute Herrscher des Omans, könnte schon bald an einem Krebsleiden versterben. Seine ungeregelte Nachfolge birgt die Gefahr eines Machtvakuums im Land, das Auswirkungen auf die Stabilität des Sultanats, das Machtgefüge auf der Arabischen Halbinsel und die aktuellen Atomverhandlungen zwischen Iran und den USA haben könnte. Von Maria Debre

Biennale in Palästina: Kunst als Frage und Widerstand

Von | | Hintergrund, Israel, Kultur, Mashreq, Palästina.

Das schwarze Kleid und die gelben Pumps der Künstlerin erinnern an ein ikonisches Foto der ersten Intifada – eine steinewerfende Frau, noch im Kostüm des sonntäglichen Kirchgangs. Foto: Jan Hennies.

Die Biennale Qalandiya International sucht kurz nach dem Gaza-Krieg und inmitten der Proteste in Ostjerusalem nach der palästinensischen Identität. Unter dem Motto „Archives, Lived and Share”greifen Künstler ihre Geschichte kreativ und kritisch auf. Die Frage nach der eigenen Geschichte wird in den besetzten Gebieten zum feinsinnigen Widerstand, berichtet aus Ramallah Jan Hennies. 

Jerusalem zum Zerreißen gespannt

Von | | Israel, Mashreq, Palästina.

Etwa 150 Männer verrichten ihr Freitagsgebet vor dem Damaskustor in Jerusalem - Israels Regierung hatte den Tempelberg für sie gesperrt. Foto: Clara Hanfland

Als Israel am Donnerstag die Schließung des Tempelbergs verkündete, war eine Gewalteskalation in Jerusalem erschreckend nah. Israel hatte mit der Maßnahme auf ein Attentat auf einen nationalistischen Rabbi und Aktivisten reagiert. Aus Jerusalem Clara Hanfland.

Traum und Trauma: Der Algerienkrieg und seine Folgen

Von | | Algerien, Europa, Frankreich, Nordafrika.

„Ein einziger Held, das Volk“: Slogan auf einer Mauer in Algier, 1962. Bild: Musée national de la Révolution algérienne / WikiCommons

Der Algerienkrieg war einer der blutigsten Kolonialkriege des 20. Jahrhunderts – dabei war Algerien offiziell gar keine Kolonie. Heute jährt sich sein Beginn zum 60. Mal. Die Erinnerung daran schwankt in Algerien und in Frankreich zwischen Gedenken und beredtem Schweigen – dabei sind sogar die politischen Systeme beider Länder Ergebnisse des Krieges. Von Jakob Krais.

Stemmen bis Iran sich öffnet

Von | | Iran, Persönlichkeiten.

Mahana Jami ganz oben - auf dem Tehraner Fernsehturm. Foto: privat.

Sie trägt Highheels im Rollstuhl und träumt davon, im BMW laut singend durch ihre strengreligiöse Heimatstadt zu cruisen. Die Iranerin Mahana Jami, gelähmte Gewichtheberin, begeistert das Land mit Stärke und Optimismus. Ein Portrait von Anna Leli. 

Protest in Israel: Es geht um mehr als Pudding

Von | | Israel, Mashreq.

Ein Supermarkt in Eilat. Wieder diskutieren Israelis über die enormen Lebenshaltungskosten. Bild: David Jones / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Ein junger in Berlin lebender Israeli postet seinen Supermarkt-Bon auf Facebook und entfacht so eine erneute Debatte um die sehr hohen Lebenshaltungskosten in Israel. Israels Politiker zeigen wenig Verständnis –  und kritisieren stattdessen die Auswanderung. Von Amina Arabi, Jerusalem.

Morgenröte einer neuen Ära oder Abenddämmerung der Freiheit? Die Folgen des Ersten Weltkriegs im Nahen Osten

Von | | Analyse, Europa, Hintergrund, Israel, Jordanien, Palästina, Syrien.

Morgenröte oder Abenddämmerung? Die alte osmanische Hauptstadt Istanbul verlor ihre Funktion nach dem Ersten Weltkrieg an Ankara. (Foto: Jakob Krais)

Während des Krieges ging Großbritannien drei Abmachungen ein, die die Zukunft des Nahen Ostens prägen sollten: mit den Franzosen, mit den Arabern und mit den Juden. Aber die drei Pläne schlossen sich gegenseitig aus. Im so genannten Wilsonschen Augenblick schien weltweit Selbstbestimmung möglich – doch dann erlebten die arabischen Länder die Vollendung der Kolonisierung. Von weiterlesen…

Der Große Krieg in den Meerengen: Die islamische Welt im Konflikt der Jahre 1914 bis 1918

Von | | Analyse, Türkei, Weltweit.

Britisch-indische Soldaten bei ihrem Vormarsch durch Palästina, 1917. Bild: WikiCommons/ American Colony (Jerusalem). Photo Dept.

Der Erste Weltkrieg war mehr als ein europäischer Konflikt. Gekämpft wurde auch vom Kaukasus bis nach Ostafrika, Auswirkungen waren in Algerien ebenso spürbar wie in Iran. Im Auge des Sturms befand sich eine europäische Großmacht mit einem Kalifen an der Spitze: das Osmanische Reich. Der zweite Teil unserer kleinen Serie zum ersten Weltkrieg im Nahen weiterlesen…

Irans Mann im Hintergrund: al-Quds-Kommandeur Qassem Suleimani

Von | | Hintergrund, Iran, Iran/Türkei, Persönlichkeiten.

Iranische Streitkräfte. Bild: SaFoXy / Flickr 2012 (CC BY-ND 2.0)

Er kämpfte gegen die irakische Armee im Iran-Irak-Krieg, arbeitete gegen Drogenkartelle an der iranisch-afghanischen Grenze und koordiniert bewaffnete Zellen in Syrien: Qassem Suleimani, Brigadegeneral und Kommandeur der berüchtigten iranischen al-Quds-Einheit, hält seit mehr als zwei Jahrzehnten an verschiedensten Fronten die Fäden in der Hand. Unter Geheimdienstexperten und in diplomatischen Kreisen gilt er als Top-Stratege des weiterlesen…

Der libysche Dominoeffekt: Die Krisenherde Nordafrika und Nahost vor dem Ersten Weltkrieg

Von | | Hintergrund, Libyen, Türkei.

Schützengraben in der Oase: Italienische Soldaten in Libyen, 1911. Bild: wikipedia (CC)

Wo begann der Erste Weltkrieg? In Sarajevo, werden die meisten wohl antworten. Der Mord an Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seiner Frau am 28. Juni 1914 in der bosnischen Stadt gilt allgemein als Auslöser des Großen Krieges. Kaum jemand würde wohl Libyen als die Lunte ansehen, die das Pulverfass der europäischen Mächterivalitäten in Brand weiterlesen…

Wir hoffen, dass unsere Nachbarn, die Menschen im Gazastreifen, friedlich leben können. Ein Brief

Von | | Gaza, Hamas, Israel, Kommentar, Meinung, Menschenrechte, Palästina.

Die Mauer rund um den Gaza-Streifen soll Sicherheit bringen – und hält doch Nachbarn voneinander fern. Es gibt immer weniger Kontakte zwischen den Menschen auf beiden Seiten, womit der Dämonisierung Vorschub geleistet wird. Bild: © Tobias Raschke 2013

Über die meisten Opfer des Gaza-Kriegs 2014, auf palästinensischer wie auf israelischer Seite, wissen wir fast nichts. Der Tod zerstört das Leben unwiederbringlich. Am 22. August 2014 tötete eine Mörsergranate aus dem Gaza-Streifenden 4-jährigen Daniel Tregerman im nur wenige Kilometer entfernten Kibbuz Nahal Oz. Drei Sekunden nach Beginn der Sirene hatten nicht gereicht, den Hausbunker weiterlesen…

Brüchige Waffenruhe – ein Kommentar von der Grenze zu Gaza

Von | | Israel, Kommentar, Palästina.

Graffiti in Bethlehem an der Mauer. Bild: Tobias Raschke 2012 (C)

Um ihren eigenen Machtanspruch zu sichern, stilisieren sich beide Seiten zum Gewinner der jüngsten Gewalteskalation im Gazastreifen. Auf eine nachhaltige Lösung arbeiten die Konfliktparteien nicht hin. Roni Keidar, israelische Aktivistin aus einem Dorf an der Grenze zu Gaza, ruft in einem offenen Brief beide Bevölkerungen dazu auf, selbst den Kontakt zu suchen.

Am Rande des Gazastreifens: Ein Besuch bei Freunden

Von | | Israel, Mashreq, Palästina.

Traktor in Netiv HaAsara, im Hintergrund ein Bunker gegen die Qassam-Raketen. In dem Dorf am Rand des Gazastreifens lebt Roni Keidar, die sich für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzt. Bild: MathKnight / WikiCommons. CC BY 2.5

Zwar ringen Israel und die Hamas in Kairo um einen dauerhaften Waffenstillstand, doch radikale Töne dominieren in beiden Gesellschaften; die nächste Eskalation scheint so eine Frage der Zeit. Dass es anders geht, zeigen Aktivisten der israelisch-palästinensischen Graswurzelbewegung Other Voice. Eine von ihnen ist Roni Keidar. Von Nemi el-Hassan.