Ein Assad-Vertrauter gibt zu: Syrische Geheimdienste beeinflussen den IS. Oder?

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Khaled Abboud - hat er gerade zugegeben, dass das Assad-Regime den Islamischen Staat steuert? So einfach ist es dann auch nicht. Screenshot: Alsharq

Khaled Abboud erklärt im Staatsfernsehen, syrische Geheimdienste hätten den sogenannten Islamischen Staat infiltriert. Das Interview wird vielfach als Geständnis interpretiert, das syrische Regime würde die Terrororganisation unmittelbar manipulieren. Tatsächlich folgt Abboud aber ganz der Strategie des Präsidenten: „Inszeniere Dich so, als seist Du unverzichtbar.“ Von Lars Hauch.

Vom Leben als Flüchtling in Bayern. Abbas Khiders Roman „Ohrfeige“- Eine Rezension

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Buchcover von Abbas Khiders Roman "Ohrfeige", Hanser Verlag.

Bücher über Flucht und Flüchtlinge aus deutscher Sicht gibt es viele. Belletristik, die Flucht und Asyl aus Sicht der Betroffen schildern, findet sich aber nur selten. Eine Ausnahme bildet der Roman „Ohrfeige“ des Deutsch-Irakischen Autors Abbas Khider. Henning Schmidt hat das Buch gelesen, das keine Erfolgsgeschichte erzählt.

„Das Wichtigste in unserem Leben ist Bildung“ – Eindrücke aus einem Flüchtlingscamp in Irakisch-Kurdistan

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Szene im Flüchtlingslager. Foto: Kilian Foerster

Vor zwei Jahren war der Fotograf Kilian Foerster das erste Mal im Flüchtlingslager Chamishko Camp im kurdischen Nordirak. Damals gab es im ganzen Camp keine Schule. Das hat sich mittlerweile geändert, wie er bei seinem jetzigen Besuch feststellte, aber die Ungewissheit ist geblieben. Mit diesem Beitrag verabschieden wir uns bis Mitte Januar in die Winterpause.

Vier Fronten im Syrien-Krieg und ihre Bedeutungen

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Laut Beschreibung zeigt dieses Bild Aleppo nach einem Fassbombenangriff auf ein Wohngebiet, Februar 2014. Foto: Freedom House/Flickr https://flic.kr/p/jNy8TW, CC-BY-2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/.

Nach fast sechs Jahren Krieg ist Syrien entlang zahlreicher Fronten geteilt und übersäht von Checkpoints. Den Überblick zu behalten ist schwierig, da die Fronten sich nicht nur verschieben, sondern von wechselnden Akteuren auf dem Boden bestimmt werden. Doch vier Schauplätze machen aktuelle Dynamiken und Zusammenhänge anschaulich. Von Lars Hauch.

Barrfý – ein afghanisches Schneefest

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Ein kalter Winter bedeutet in Afghanistan eine reiche Ernte im nächsten Jahr - diesem Mann hier in Kabul dürfte das aber in dem Moment nicht so wichtig sein... Foto: PJ Tavera Photography /Flickr, https://flic.kr/p/bsuXz8, CC BY-NC-ND 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/.

Weihnachtsbaum, Geschenke, Verwandtschaftsbesuch erwartet die meisten Menschen in Deutschland in den nächsten Tagen. Doch winterliche Bräuche gibt es auch anderswo, zum Beispiel in Afghanistan: Wer den ersten Schnee bemerkt, muss schnell sein – oder er wird schwarz im Gesicht. Am Ende gibt’s auf jeden Fall eine Party, erzählt Hewád Laraway.

#stop_stereotyping-Debatte in Ägypten: Es geht um mehr

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"Ich trage Makeup ... und verdiene Respekt", steht auf diesem Schild der #stop_stereotyping-Kampagne in Ägypten. Foto: FB

Fotos auf Facebook von fünf Frauen mit Schildern und dem Hashtag #stop_stereotyping lösten in Ägypten eine Welle von Kritik, Gegenkampagnen, Witzen und Diskussionen aus. Denn die Aktion hat an einem Konflikt gerührt, der viel tiefer reicht. Tatsächlich steht nicht weniger als das Ägypten von morgen zur Debatte. Hend Taher mit Reaktionen aus Kairo.

Macht durch Mythos: Wie „IS“ und Assad von Stereotypen profitieren

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Aleppo im Dezember 2012. Das Regime und seine Verbündeten bombardieren und belagern die Stadt seit Jahren, jetzt droht die vollständige Vernichtung - und dennoch gilt Assad vielen im Westen als das kleinere Übel, aus Angst vor dem sogenannten "Islamischen Staat". Foto: Narciso Contreras, Flickr: https://flic.kr/p/dErdsE, CC BY 2.0: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/.

Aleppo zeigt erneut, wie brutal das syrische Regime und seine Verbündeten den Krieg gegen die eigene Bevölkerung führen. Im Westen gilt Assad dennoch weithin als unterstützenswert – im angeblichen Kampf gegen den „Islamischen Staat“. Populismus bestimmt längst die Debatte, die Folgen sind katastrophal – auch realpolitisch. Von Bente Scheller

Zwischen 25 und 5.000 Jahren – Zentralasien erfindet sich alt

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Der Ala-Too-Platz in der kirgisischen Hauptstadt Bishkek mit der Manas-Statue war Schauplatz der diesjährigen Unabhängigkeitsfeier. Enthüllt wurde die Statue vor fünf Jahren, anlässlich des 20. Staatsjubiläums - doch sie verweist auf etwas viel Älteres: eine Art mystische Waffenbruderschaft zwischen dem Heute und dem Gestern. Foto: Flickr/Dan Lundberg https://flic.kr/p/qLEX6p, cc-by-sa-2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/.

Die zentralasiatischen Staaten zelebrieren derzeit den 25. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit, und setzen sich national und regional in Szene. Doch geht es nach den staatstragenden Eliten der fünf Republiken, ist die nationale Geschichte nicht 25 Jahre, sondern viele Jahrhunderte alt. Davon versprechen sie sich politisches Kapital – doch die Strategie ist riskant. Von Ludwig Pelzl.

Kann die palästinensische Wirtschaft einen unabhängigen Staat versorgen?

Von | | Im Fokus, Mashreq, Palästina, Wirtschaft.

Eine Palästinenserin bei der Olivenernte: Olivenöl ist mit etwa 32.000 Tonnen pro Jahr das landwirtschaftliche Hauptprodukt der palästinensischen Autonomiegebiete. 45% von deren Agrarfläche sind mit geschätzten 10 Millionen Olivenbäumen bepflanzt. Behindert wird dieser wichtige Zweig der palästinensischen Wirtschaft durch Enteignung und Abholzung aus Sicherheitsgründen seitens Israels, durch Angriffe radikaler israelischer Siedler_innen während der Erntezeit und die Behinderung des Zugangs zu den Feldern und Märkten durch Straßensperren und Sicherheitszäune. Foto: Laura Overmeyer.

Offiziellen Berichten von Weltbank und IWF zufolge ist die palästinensische Wirtschaft in ihrer heutigen Form in der Lage, einen unabhängigen Staat zu versorgen. Die Politikökonomin Leila Farsakh jedoch bezeichnet sie als fragmentiert, nicht nachhaltig und im hohen Grade abhängig von internationalen Hilfsgütern. Wie der unabhängige Staat, den sie eines Tages versorgen soll, könne sie erst voll weiterlesen…

Verkäuferinnen in der U-Bahn in Teheran: „Auch nach zehn Jahren schäme ich mich“

Von | | Debatten, Gesellschaft, Interviews, Iran.

Verkäuferin in der Teheraner Metro. Foto: Privat

Ihr Arbeitsplatz sind die überfüllten Wagen der Teheraner U-Bahn, wo sie den Mitfahrenden mit lauter Stimme ihre Waren anbieten – Haushaltsgegenstände, Kleidung, Schmuck und Accessoires. Soheyla Seddighi begab sich zur Recherche in diesen mobilen unterirdischen Basar, um mit den Verkäuferinnen über deren Arbeit und Lebensumstände zu sprechen.