50 Jahre nach 1967: Wie die Besatzung aus dem Bewusstsein verschwindet

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Wenig veranschaulicht die Realität der Besatzung klarer als der israelische „Schutzwall“ der quer durch die Westbank verlauft. Foto: Julius Rogenhofer

Das Narrativ der israelischen Besatzung palästinensischen Gebiets gehört fest zum globalen Verständnis des Konfliktes. In Israel war der Diskurs vor allem im linken politischen Spektrum lange prominent. Doch nach fünfzig Jahren ist das Narrativ vom Aussterben bedroht. Was als schleichender Krieg der Worte begann, ist seit einiger Zeit offizielle Staatspraxis. Von Julius Rogenhofer

„Afro-Iran“ von Mahdi Ehsaei – Zur Geschichte und Gegenwart schwarzer Menschen in Iran

Von | | Buchvorstellung, Gesellschaft, Interviews, Iran | Kein Kommentar

Eine Gruppe von Kindern in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas Foto: Mehdi Ehsaei

Jahrhundertelang prägte der Handel zwischen Persischem Golf, Ostafrika und Indischem Ozean die jeweiligen Küstenregionen. In den südlichen Provinzen Irans leben die Nachkommen afrikanischer EinwandererInnen, ihr kulturelles Erbe lebt unter anderem in Musik und Tanz weiter. Mehdi Ehsaei hat einige von ihnen für ein Fotoprojekt porträtiert. Von Daniel Walter

Die neuen Pioniere: Siedler im Westjordanland als Erben des Arbeiterzionismus

Von | | Gesellschaft, Israel, Mashreq | Kein Kommentar

Die Gruppe "Emunim" errichtet im Jahr 1946 einen Kibbuz bei Beit Shean. Foto: Wikicommons (gemeinfrei)

Die Ideologie des Arbeiterzionismus prägte Israel über Jahrzehnte, doch mit dem Sieg im Krieg vom Juni 1967 begann ihr Abstieg. Mit dem Aufstieg der Siedlungsbewegung im eroberten Westjordanland und den Wahlen 1977 übernahm ein neuer Zionismus die Rolle als Leitideologie. Dieser Wandel sorgte für die Legitimierung der religiösen Siedler. Von Sebastian Kunze.

Rezension: „The Family in Central Asia“ – Frischer Blick auf ein altes Thema

Von | | Gesellschaft, Rezension, Zentralasien | Kein Kommentar

Ein Familienphoto aus Südkirgistan. Ein Beitrag widmet sich den familiären Bewältigungsmechanismen von bewaffnetem Konflikt in dieser Region. Foto: Betta27/Wikicommons (cc-by 3.0)

Dass Familienstrukturen ein elementarer Baustein der Gesellschaften Zentralasiens sind, ist wohl bereits für Laien ein müder Allgemeinplatz. Oft dreht sich die Debatte jedoch um wenige politisch-soziologische Konzepte wie „Clanherrschaft“ oder „Familialismus“. Ein neu erschienener Sammelband öffnet das Blickfeld. Eine Rezension von Ludwig Pelzl.

Ein Deutscher Sieg? Verdächtiger Enthusiasmus im Krieg von 1967

Von | | Deutschland, Gesellschaft, Israel, Palästina, Politik | Kein Kommentar

Zeitungsstapel. Foto: Mandy Schiefner-Rohs/Flickr (cc-by-nc 2.0)

Bei deutschen Debatten über Israel und Palästina lernt man wenig über den Nahen Osten, aber viel über Deutschland. Besonders deutlich wird das in den Reaktionen auf den Krieg von 1967. Ob im Hause Springer oder im Kopf Ulrike Meinhofs: Überidentifikationen mit der einen oder anderen Seite lassen sich interpretieren als Formen der Schuldabwehr. Von Daniel weiterlesen…

Die Nakba – eine Erinnerung im Wandel

Von | | Alsharq-Veranstaltung, Gesellschaft, Palästina, Syrien | Kein Kommentar

Anaheed Al-Hardan gibt in ihrer Arbeit provokative Antworten auf scheinbar einfache Fragen. Foto: Tobias Pietsch/Alsharq

Die Flucht und Vertreibung hunderttausender Palästinenser*innen vor knapp 70 Jahren spielt heute für palästinensische Gemeinschaften in den jeweiligen Ländern eine sehr unterschiedliche Rolle. Gerade für Palästinenser*innen in Syrien hat der Begriff „Nakba“ seit 2011 eine völlig neue Bedeutung erfahren, sagte die Soziologin Anaheed Al-Hardan bei einer Alsharq-Veranstaltung. Von Ansar Jasim.

Homosexualität in Tunesien: „Du lebst unter ständigem Verdacht“

Von | | Gesellschaft, LGBTI, Tunesien | Kein Kommentar

Mounir Baatour bei einer Demonstration gegen Analtests an Homosexuellen vor der Nationalen Ärztekammer Tunesiens. Foto: Shams - www.facebook.com/lgbtrightstunisia

Mounir Baatour ist Vorsitzender von Shams, der ersten tunesischen Organisation, die sich für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen einsetzt. Maximilian Ellebrecht hat ihn in seiner Anwaltskanzlei in Tunis zum Interview getroffen – ein Gespräch über Homophobie, Verfolgung, Männlichkeit und die Frage, was das alles mit dem Islam zu tun hat. 

„Lang ist es her, da kamen wir voller Liebe“ – ein Gespräch mit dem syrischen Musiker Wael Alkak

Von | | Gesellschaft, Syrien | Kein Kommentar

Wael Alkak, Shubbak Festival in London im July 2017 ©Clara Wenz

Wael Alkak stammt aus Jaramanah, einem Vorort von Damaskus. 2012 zog er nach Paris und veröffentlichte sein erstes Album „Neshama – Songs Belonging to the Syrian Revolution“. Im Interview spricht Wael über seine Band „Neshama“, Studioaufnahmen über Skype und seine Rolle als „der Typ, der die friedliche Revolution unterstützt“. Von Clara Wenz ENGLISH VERSION INCLUDED.

1967: Wendepunkt für die arabische Linke – am Beispiel von Georges Tarabischi

Von | | Gesellschaft, Persönlichkeiten, Syrien | Kein Kommentar

Das Jahr 1967 gilt auch unter arabischen Linken und säkularen Nationalen als einschneidend: Die Niederlage im Krieg gegen Israel stürzte sie in eine tiefe Sinnkrise. Beispielhaft verschrieb sich der syrische Philosoph Georges Tarabischi in der Folge radikaler Kulturkritik und stellte fest: „Die ganze Kultur wurde salafistisch.“ Von Eva-Maria Tepest.

Interview mit Qutaiba Abdelhaq: „Das Video erzählt eine unbeschreiblich schöne Nachricht“

Von | | Gesellschaft, Interviews, Religion | Kein Kommentar

"Begegne deinem Feind mit Frieden, nicht Krieg". Qutaiba Abdelhaq spielt in Zains Ramadan-Video einen zum Guten bekehrten Selbstmordattentäter. Foto: Screenshot des Videos.

Zu Beginn des Ramadan hat die Telekommunikationsfirma Zain ein Musikvideo veröffentlicht, das viral durch die Decke ging und international als Botschaft gegen Extremismus und Gewalt gehypet wurde. Sharqistin Laura Overmeyer sprach mit Qutaiba Abdelhaq, dem jordanischen Schauspieler, der die tragende Rolle des zum Guten bekehrten Selbstmordattentäters spielt.