Präsidentschaftswahlen in Tunesien: Rückbesinnung auf Ära Bourguiba?

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Präsidentschaftskandidat Essebsi hegt auch noch mit 88 politische Ambitionen. Foto: FIDH, Flickr (CC BY 2.0).

Die Annäherung zwischen der säkularen Nidaa Tounès und der islamistischen Ennahda hat bei der Wahl des Parlamentspräsidenten in Tunesien Erstaunen ausgelöst. Die Parteien sind aber von einer Koalition weit entfernt. Vielmehr buhlt Nidaa Tounès um Stimmen bei den Islamisten. Viele Tunesier unterstützen Nidaa Tounès aber gerade aufgrund ihrer Angst vor den Islamisten. Von Astrid Schäfers

Traum und Trauma: Der Algerienkrieg und seine Folgen

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„Ein einziger Held, das Volk“: Slogan auf einer Mauer in Algier, 1962. Bild: Musée national de la Révolution algérienne / WikiCommons

Der Algerienkrieg war einer der blutigsten Kolonialkriege des 20. Jahrhunderts – dabei war Algerien offiziell gar keine Kolonie. Heute jährt sich sein Beginn zum 60. Mal. Die Erinnerung daran schwankt in Algerien und in Frankreich zwischen Gedenken und beredtem Schweigen – dabei sind sogar die politischen Systeme beider Länder Ergebnisse des Krieges. Von Jakob Krais.

Der libysche Dominoeffekt: Die Krisenherde Nordafrika und Nahost vor dem Ersten Weltkrieg

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Schützengraben in der Oase: Italienische Soldaten in Libyen, 1911. Bild: wikipedia (CC)

Wo begann der Erste Weltkrieg? In Sarajevo, werden die meisten wohl antworten. Der Mord an Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seiner Frau am 28. Juni 1914 in der bosnischen Stadt gilt allgemein als Auslöser des Großen Krieges. Kaum jemand würde wohl Libyen als die Lunte ansehen, die das Pulverfass der europäischen Mächterivalitäten in Brand weiterlesen…

Algerien: der unbekannte Nachbar

Von | | Algerien, Frankreich, Hintergrund | Kein Kommentar

Denkmal zur Unabhängigkeit Algeriens: Für die Erinnerung und Bürgerrechte zugleich. Photo: Aslan Media/Flickr.

Das flächenmäßig größte Land Afrikas, der wichtigste Energielieferant Südeuropas und hochgerüsteter Mittelmeer-Anrainer-Staat: Al Djazair (arabisch: die Insel) ist in der deutschen Öffentlichkeit und im gesellschaftlichen Diskurs jedoch weithin unbekannt, die Berichterstattung darüber oftmals verzerrt. Wie kommt das? Einige Stichpunkte zur Entschlüsselung dieses Enigmas von Klaus-Peter Treydte

Journalismus in Algerien: more of the same

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Wohnblock in einem Vorort von Algiers. Foto: iñaki do campo gan (flickr/CC)

„Dänemark in der Theorie, Nordkorea in der Realität“, so titelte die große arabischsprachige Tageszeitung al-Khabar in Algier anlässlich des Welttages der freien Presse Anfang Mai. Nicht restriktive Mediengesetze, sondern indirektes Eingreifen der Regierung erschwert heute kritischen Journalismus in Algerien. Ein Gastbeitrag von Klaus-Peter Treydte

Bürger, Journalist? Erfahrungen eines ägyptischen Fotografen

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Als Fotograf erlebte Roger Anis Wut, Enthusiasmus und Alltag der Umstürze in Ägypten hautnah mit. Dieses Bild entstand im Juni 2013 in Kairo. Foto: Roger Anis (C)

Der zweite Tag der ägyptischen Präsidentschaftswahlen geht heute über die Bühne. Dann ist auch Roger Anis wieder im Einsatz. Der 27-jährige begann seine Arbeit als Fotojournalist in Kairo ein Jahr vor Beginn der Proteste gegen das Mubarak-Regime. Die politischen Ereignisse der vergangenen drei Jahre veränderten das Land, seine Arbeit und seinen persönlichen Werdegang. Im Interview weiterlesen…

Vergessenes Erbe der Revolution – Pressefreiheit in Al-Sisis Ägypten

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Ägypten im Februar 2011: Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift: "Danke an den Sender al-Jazeera." Heute bekämpft der vermutlich nächste Präsident Abd el Fatah al-Sisi den Sender. Bild: Monasoh/Flickr (CC BY 2.0)

Eine bleierne Stimmung liegt über den Medien Ägyptens, wenn die Bevölkerung morgen und übermorgen einen neuen Präsidenten wählt. Der Favorit al-Sisi persönlich hat Journalisten erklärt, dass die nationale Sicherheit einstweilen Vorrang vor der Pressefreiheit genießt. Willkürliche Festnahmen sorgen für ein Klima der Angst und der Hetze, schreibt Christoph Dreyer von Reporter ohne Grenzen.

Ägyptische JournalistInnen im Fadenkreuz

Von | | Ägypten, Mashreq, Studierende schreiben für Alsharq | Kein Kommentar

JournalistInnen fotografieren eine Auseinandersetzung zwischen Muslimbrüdern und Sicherheitskräften in Kairo, 31.01.2014. Foto: Mustafa Bassim.

Nach dem Sturz Mursis im Juni vergangenen Jahres wird in der polarisierten Stimmung auch die Situation für ägyptische JournalistInnen immer schwieriger. Nicht nur wird die Ausübung ihrer Arbeit durch staatliche Repressionen und Gewalt behindert, auch werden sie zunehmend von anderen BürgerInnen verbal und körperlich angegriffen. Unsere Gastautorin Anja Schmidt berichtet.

Debatte: Beschneidungsgegner im Islam?

Von | | Ägypten, Analyse, Libyen, Palästina, Studierende schreiben für Alsharq | Kein Kommentar

Ein Junge in Istanbul am Tag seiner Beschneidung.

Vor gut zwei Jahren löste das Kölner Landgericht eine heftige Kontroverse aus, indem es die Knabenbeschneidung ohne medizinische Notwendigkeit zum Straftatbestand der Körperverletzung erklärte. Schnell bekam die Debatte den Tenor: „‚Wir‘ als aufgeklärte Gesellschaft gegen ‚Die‘ als Rückwärtsgewandte, die nicht hinterfragen“. Dieser Denkansatz ist falsch, argumentiert Fabian Schmidmeier, da die Beschneidung innerhalb der muslimischen Welt selbst weiterlesen…

Algerien: Nach der Wahl ist vor der Wahl

Von | | Algerien, Analyse | Kein Kommentar

Widergewählt, obwohl er aus Gesundheitsgründen seit über einem Jahr nicht mehr öffentlich aufgetreten ist: Algeriens Präsident Bouteflika. Photo: Abode of Chaos/Flickr (CC).

Drei Wochen ist es her, seit der amtierende algerische Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika mit einem vierten Mandat ausgestattet wurde. Doch der Ausgang der Wahlen wirft weit mehr Fragen auf, als dass er Antworten bietet. Die entscheidenden Faktoren und Dynamiken im Machtkampf um die Zukunft des größten Landes Afrikas beschreibt Klaus-Peter Treydte.

R4BIA – Eine Counter-Revolte unter türkischen Vorzeichen

Von | | Ägypten, Studierende schreiben für Alsharq, Türkei | Kein Kommentar

Eine Protestveranstaltung in Istanbul in Solidarität mit den Putsch-Gegnern in Ägypten vom 17. August 2013. Bild: Bünyamin Salman/Flickr (CC).

Das Massaker von Rabaa al-Adaweyya einen Monat nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi am 3. Juli 2013 rief eine neue Welle des Aufbegehrens ins Leben – die Counter-Revolte „R4bia“ entstand. Diese Gegenbewegung zum Militärputsch hat große Teile ihrer stärksten Anhänger nicht etwa in Ägypten, sondern im türkischen „Brudervolk“. Die Regierung dort versucht, diese weiterlesen…

Presseschau zur Krim-Krise: “Moskaus Methoden amerikanischer Bauart”

Von , und | | Israel, Libanon, Medien, Presseschau, Qatar, Russland, Syrien, Tunesien, VAE / Dubai | Kein Kommentar

"Putin ist wie Assad", schreiben zahlreiche Kommentatoren im Nahen Osten. Das Bild zeigt eine pro-Regime-Demonstration in Damaskus im März 2012. Foto: CC-BY Freedom House / Flickr

Am Sonntag soll ein Referendum über die Autonomie der Krim stattfinden, wodurch die Annexion der ukrainischen Halbinsel an Russland vorangetrieben werden soll. Während die G7-Staaten bereits verkünden, die Volksbefragung nicht anzuerkennen, und Militäreinheiten Mitarbeiter_innen der OSZE am Zutritt der Krim hindern, werden im Nahen Osten pro- und antirussische Stimmen laut und interessante Vergleiche zu regionalen weiterlesen…

Ägypten nach Mubarak: “Wir wollten auch etwas tun, das war allen klar”

Von | | Ägypten, Interviews, Nordafrika, Persönlichkeiten, Tunesien, Wahlen | Kein Kommentar

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Die gesellschaftspolitische Debatte um die ägyptische Revolution bleibt nicht allein auf Ägypten beschränkt. Studierende der Universität Hamburg engagieren sich zum Beispiel im Verein „liqa“ („Begegnung“). Sie bieten Workshops für demokratische Partizipation und Medien in Ägypten und Tunesien an. Alsharq sprach mit Katharina Mennrich über die Herausforderungen für die Arbeit des Vereins.

Verfassungsreferendum in Ägypten: Unerhört aber nicht vergessen

Von | | Ägypten, Hintergrund | Kein Kommentar

Auf verlorenem Posten? "Nein zur Verfassung, nein zum Referendum". Bild: Moud Barthez (CC BY 2.0)

Die neue Verfassung Ägyptens, die im Referendum vergangene Woche bestätigt wurde, soll die gesellschaftliche Polarisierung überwinden – dabei zeigt gerade der Verlauf der Abstimmung, wie die Spaltung aus Kalkül forciert und Einzelne in die Isolation getrieben werden. Für sie war ein Boykott des Referendums die einzige Möglichkeit, um ihr Misstrauen zum Ausdruck zu bringen.